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Absynthe Minded: Nicht nur der Name ist unkonventionell und bietet reichlich Raum für Interpretationen. Auch die fünf Musiker, die sich seit einem Jahrzehnt dahinter verbergen, leben in ihren Songs und vielschichtigen Klangwelten eine spezielle Form von künstlerischem Individualismus. Kein Musikstil der letzten hundert Jahre, der für sie als Ideenquelle und Zitatgeber nicht nützlich wäre. Und kaum ein Instrument, das auf den vier Alben des Quintetts aus Gent keine Verwendung gefunden hätte. Mit ihrem aktuellen, schlicht „Absynthe Minded“ betitelten Album fährt die Band in ihrer Heimat nun die Ernte ein, die zuvor gesät wurde. Dort erschien das Werk Ende 2009 und wurde mit vier ‚Belgian Music Industry Awards’ ausgezeichnet. Darunter jene für „das beste Album“ und „die beste Single“ – für die elegante Pop-Wundertüte „Envoi“, die in Deutschland am 10. September erscheinen wird. Das Album „Absynthe Minded“ folgt sodann am 15. Oktober. Ebenfalls bereits im November schaut die Band zu einer ersten Live-Stippvisite vorbei. Zwischen dem 10. und 13.11. gastiert sie in Berlin, Köln und München.
Belgien: ein kleines Land im Herzen Europas – mit der wohl eigenwilligsten Musik-Szene des gesamten Kontinents. Seit mehr als 20 Jahren verwöhnen diese Künstler mit schrulligen, spannenden, höchst individuellen Alben, die zugleich fordern und verzücken, Altes interpretieren und Neues wagen. Ob dEUS, Zita Swoon, Ghinzu, Soulwax oder Arno, der Grandseigneur belgischer Songwriter: Alle leben und vollführen eine Dringlichkeit zu künstlerischer Eigenständigkeit, bei der nicht nur wunderschöne Musik, sondern manchmal tatsächlich etwas vollkommen Neues entsteht. Ihre Kunst besteht darin, dieses Neue mit dem notwendigen Gespür für Pop in Einklang zu bringen – und auf diese Weise eine treue Gefolgschaft auf der ganzen Welt zu finden. Viele als progressiv geltende Superstars wie Muse oder Radiohead sind deshalb erklärte Fans der belgischen Rockmusik-Szene.
In eine ähnliche, obgleich wieder einmal absolut individuelle Kerbe haut auch das Quintett Absynthe Minded aus Gent, ursprünglich 1999 gegründet als Ein-Mann-Band von dem Künstler, Multiinstrumentalisten und Studio-Tüftler Bert Ostyn. Bereits während der ersten Demoaufnahmen rekrutierte Ostyn allerdings zahlreiche Musiker, die ihm halfen, den Klang seiner musikalischen Idee zu verbreitern. Und so schälte sich innerhalb der ersten zwei Jahre die bis heute beständige Bandbesetzung aus Ostyn, Jan Duthoy (Piano, Hammond), Sergej Van Bouwel (Kontrabass), Renaud Gilbert (Violine) und Jakob Nachtergaele (Schlagwerk) heraus. In dieser Konstellation begann man eine facettenreiche musikalische Reise in nahezu alle Randzonen der Populärmusik, die bis heute andauert.
So weitgefasst der Sound von Absynthe Minded ist, existieren in ihrer Musik trotzdem wiederkehrende Konstanten. Dazu gehört der Jazz der 30er Jahre, die Folklore der Gypsies, amerikanischer Folkrock der Gegenwart sowie die improvisatorischen Klangwelten des Noiserock. Alles addiert und verdichtet in virtuos komponierten Indiepop-Songs, die in ihrer melodiösen Faszination trotz der klanglichen Eigenwilligkeit unmittelbar zünden und haften bleiben. Ein Wert, der sich bereits 2004 auf ihrem Debüt „Acquired Taste“ zeigte und auf den Folgewerken „New Day“ (2005) und „There Is Nothing“ (2007) gründlich bestätigte.
Bisheriger Höhepunkt ist aber das vierte Album „Absynthe Minded“, auf dem die Band ihre klanglichen Ausflüge in die Randzonen der Musik noch perfekter mit dem Wunsch nach einem runden Popsong verbindet. Belgien haben sie damit bereits im Sturm erobert – nun wartet der Rest Europas auf ihren Siegeszug.