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The Used arbeiten ohne Unterlass und gelten zu Recht als eine der am härtesten tourenden Rockbands Amerikas. Seit ihrem Eintritt 2002 in die globale Rockszene befindet sich das aus Orem/Utah stammende Quartett fast ununterbrochen „on the road“. So ist die anstehende Deutschlandtournee bereits die dritte, die auf ihr aktuelles Album „Lies For The Liars“ folgt. Nachdem sie bereits im vergangenen Jahr manche deutsche Halle in Grund und Boden rockten, kehren sie zwischen dem 21. und 28. Juni für fünf Shows zurück. Zwei davon – am 21.06. in München und 28.06. in Düsseldorf – bestreiten sie im Rahmen der ‚Projekt Revolution’-Tour ihrer Kollegen Linkin Park. Hinzu kommen drei Headline-Shows am 22.06. in Berlin, 23.06. in Wiesbaden und 24.06. in Hamburg.
Es war nicht damit zu rechnen, dass diese vier jungen Männer, die sich um den Jahrtausendwechsel fernab aller Rock-Zentren Amerikas zusammen fanden, vom Fleck weg auf so viel Begeisterung stoßen würden. Ihre energetische, facettenreiche Melange aus purer musikalischer Brachialität, unkontrollierten Ausbrüchen und Momenten sensibler kompositorischer Hingabe an berührende Melodien hatte man damals in der Rockmusik so noch nicht vernommen. Es war die Schönheit in der Härte, die ihre Musik so außergewöhnlich machte. Schlagzeuger Branden Steineckert und Bassist Jepha Howard lieferten ein fulminantes Rhythmusbett, auf dem Gitarrist Quinn Allman seine virtuosen Akkord-Ritte ausbreitete. Ihre besondere, einzigartige Magie entstand aber durch Sänger und Pianist Bert McCracken, ein prädestinierter Frontmann voller Energie, Wut und Aufrichtigkeit, Intensität und innerer Widersprüche.
Jene Widersprüche eines ewig Sinn suchenden Texters und Komponisten begründeten auch den unmittelbaren Erfolg von The Used. Es ist bis heute die Kraft der Gegensätze, aus der die Gruppe ihre eruptive Authentizität schöpft. Zudem waren sie die richtige Band zur richtigen Zeit: Die Jugend der Welt suchte damals nach ‚ihrem’ Sound, nach einer Rockmusik, die neu war – ‚Screamo’ wurde geboren. The Used waren einer der ersten Vorreiter dieser neuen Musik. Kaum überraschend deshalb, dass sich ihr selbstbetiteltes Debüt von 2002 innerhalb kürzester Zeit über eine Million Mal verkaufte.
Schon 2004 mit dem zweiten Album „In Love And Death“ zeichnete sich eine Entwicklung ab, die sich sodann mit ihrem dritten Album „Lies For The Liars“ fortsetzte. Die Formation, die sich nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied Branden Steineckert und dem Einstieg des befreundeten Schlagzeugers Dan Whitesides in einem neuen Line-Up präsentierte, wurde zusehends erwachsener, ausgeglichener und homogener. Noch immer ist die animalische Wut in ihren Songs zu spüren. Jedoch setzen sie dieses Stilmittel mittlerweile deutlich fokussierter und gezielter ein und schaffen auf diese Weise mehr Raum für ihr kompositorisches Talent. Es sind nunmehr häufig schöne, teils gar sinnliche Rocksongs, deren direkte Energie eher im Detail steckt als in einer offensiv ausgelebten brachialen Dringlichkeit.
Und so werden auch die anstehenden Live-Konzerte in Deutschland wieder zu Momenten urwüchsiger Kraft, die aus der Gegensätzlichkeit ihrer musikalischen Elemente entsteht. Eine The Used-Show ist immer ein schweißtreibendes Unterfangen – für Musiker und Zuschauer. Und damit ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird.