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Für mehr als ein Jahrzehnt waren die Hellacopters aus der Spitze der europäischen Rockbands nicht wegzudenken. Seit Veröffentlichung ihres Debütalbums „Supershitty To The Max!“ 1996 bauten die Stockholmer ihren internationalen Bekanntheitsgrad kontinuierlich aus. Konzerte im Vorprogramm der Rolling Stones und Kiss, Welttourneen als Headliner und eine Vielzahl an Veröffentlichungen machten sie zur Galionsfigur der vitalen skandinavischen Rockszene. Nach nunmehr 14 Jahren gehen die Hellacopters in diesem Herbst auf Abschiedstour. Zwischen dem 15. und 27. September werden sie ein letztes Mal für fünf Konzerte Deutschland besuchen. Hamburg, Wiesbaden, München, Berlin und Köln sind die Stationen dieser Farewell Tour.
Die schwedische Musikszene rekrutiert sich Anfang der 90er zu einem überwiegenden Teil aus harten, brachialen Metalbands aller Spielarten. Der Rock’n’Roll spielt kaum eine Rolle, als Nicke Andersson, der ehemalige Schlagzeuger der erfolgreichen Doom-Metal-Helden Entombed, mit drei Roadies The Hellacopters gründet. Nicke wechselt vom Schlagzeugschemel zu Gesang und Gitarre. Unterstützt wird er dabei von Robert Hakansson (Bass), Robert Erickson (Drums) und Andreas Svensson (Gitarre, Vocals). Von Anfang an stoßen sie mit ihrer energetischen Mischung aus peitschendem Rock’n’Roll, knackigem Hardrock und einem guten Schuss Punk- und Garagen-Feeling auf Gegenliebe. Gleich mit ihrem Debüt „Supershitty To The Max!“ feiern sie europaweit große Erfolge.
Mit ihrem zweiten Album „Payin’ The Dues“ gelingt The Hellacopters der Sprung nach Amerika. Gemeinsam mit den artverwandten Bands Glucifer und Backyard Babies (bei denen Ex-Hellacopters-Gitarrist Andreas Svensson Frontmann ist) begründen sie die Welle der neuen skandinavischen Rockacts, die bis heute nicht abreißt. Als Svensson die Hellacopters zugunsten der Backyard Babies verlässt, wird er durch Gitarrist Robert Dahlqvist ersetzt. In dieser Formation spielen sie fünf weitere Alben ein.
Die Frequenz zwischen den einzelnen Platten wird jedoch größer. Grund dafür sind vor allem die zahlreichen Seitenprojekte der einzelnen Mitglieder. In Frontmann Nicke Andersson erwächst eine große Liebe zum alten Northern Soul, dem er sehr erfolgreich mit der Gruppe The Solution nachgeht. Diese souligen Einflüsse sind auch immer stärker auf den letzten Hellacopters-Werken zu spüren. Insbesondere das höchst programmatisch betitelte „Rock & Roll Is Dead“ von 2005 erzählt von dieser Entwicklung.
Anfang des Jahres erschien ihr siebtes Album „Head Off“, das schon im Vorfeld als Abschiedsgeschenk an die Fans deklariert wurde. Es verbindet noch einmal auf begeisternde Weise die druckvolle Wut der Anfangstage mit dem virtuosen, souligen Songwriting der späteren Jahre. Als der Longplayer im Februar erscheint, geben The Hellacopters bekannt, dass es sich bei der aktuellen Tournee um ihre letzte handeln wird. Die Band und ihre Idee haben sich überlebt, gibt Sänger Nicke zu Protokoll. So kann der geneigte Rockfan ein letztes Mal im September erleben, wie viel Energie das Quartett seinem Publikum entgegenbringt. Ein Abschied mit vier großen Lettern: R-O-C-K!