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Schweden gilt seit jeher als das Mekka der europäischen Metal- Szene. In Flames gehören seit fast zwei Jahrzehnten zu den Vorreitern dieses ungebremst vitalen Genres. Dabei gelang ihnen, was den meisten Metal-Bands auf Grund der Härte des Sounds verwehrt blieb. In Flames schafften den Sprung aus der Subkultur hinein in den Mainstream. Trotz eines brachialen Klanggewitters und komplexen Arrangements gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichsten Protagonisten des Landes. Ihr Ende April erschienenes neuntes Studioalbum A Sense of Purpose stürmte auf Platz 6 der deutschen Charts. Zwischen dem 4. und 25. Oktober werden In Flames in Köln, Wiesbaden, München, Dresden und Berlin mit ihrem melodischen Death Metal wieder für Begeisterungsstürme sorgen.
Als Jesper Strömblad, damals Gitarrist bei den Death-Metal-Pionieren Ceremonial Oath, 1990 In Flames gründete, fehlte es an vielem: Geld natürlich, aber auch so existenzielle Dinge wie einem Plattenvertrag, einem Schlagzeuger (auch diesen Posten übernahm Strömblad zu Beginn) und allem voran einem Sänger. Die ersten fünf Jahre und zwei Veröffentlichungen über wurde dieser elementare Posten ständig neu vergeben – zuweilen an befreundete Sänger von Tiamat, Dark Tranquility und At The Gates, dann wieder an Gäste, die manchmal nur für ein Konzert blieben.
Erst, als der inzwischen gefundene Drummer Björn Gelotte 1995 an die zweite Gitarre wechselte und mit dem Bassisten Peter Iwers, dem neuen Schlagzeuger Daniel Svensson und dem festen Sänger Anders Fridén ein wenig Ruhe in das Besetzungskarussell einkehrte, konnte In Flames richtig durchstarten. Das Album The Jester Race von 1996 gilt bis heute als einer der wichtigsten Genre-Klassiker des Melodic Death Metal und verschaffte ihnen umgehend große Anerkennung in der Szene.
Mehr und mehr entfernte sich das Quartett aus Göteborg von den betont brachialen Elementen und dem so genannten ‚Growl‘-Gesang. Dafür öffneten sie sich immer weiter der Melodik und Nachvollziehbarkeit. Charakteristisch ist die Verwendung der zwei Gitarren, die sich mit virtuosen Melodien gegenseitig umspielen. Dabei stehen sie immer im harmonischen Einklang mit der ebenfalls klar gesungenen Leadstimme. Ergänzt wird ihr Sound durch den Einsatz von Keyboards und sphärischen Flächen, die im deutlichen Kontrast zu der wuchtigen Rhythmusarbeit stehen.
Dem Erfolg kam das zugute. Bereits ihr vorletztes Album Come Clarity, das erste, das sie in ihrem eigenen Studio in Göteborg aufnahmen, erklomm Platz 1 der schwedischen und Platz 6 der deutschen Charts. Mit dem aktuellen Longplayer A Sense of Purpose konnten sie diesen Erfolg exakt wiederholen. Selbst der amerikanische Markt ist nun bereit für In Flames. A Sense of Purpose stieg dort auf Platz 28 in die Billboard Charts ein. Für die anstehenden Deutschlandkonzerte zwischen dem 4. und 25. Oktober kann der geneigte Metal-Fan nun wieder einen wahren Orkan aus Akkorden und peitschenden Rhythmen, aus geschichteten Melodien und der Ursprünglichkeit purer Energie erwarten.