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Die englische Rockmusik erlebt seit längerer Zeit eine echte Hochphase. Junge, kreative Rockbands jenseits fester Genregrenzen und mit dem Mut zur Eigenwilligkeit stürmen die Charts und iPods moderner Rockmusikfans. Einer dieser höchst mitreißenden Acts sind die Foals aus Oxford, die auf ihrem im April erschienenen Debütalbum „Antidotes“ die eruptive Ursprünglichkeit des Punk mit tanzbaren Rhythmen und brillanten Popmelodien mischen. Eine Melange, die neu ist und aufgeht. Nicht zuletzt ihretwegen entstand die neue musikalische Strömung des ‚Dance-Punk’. Ihr Erstlingswerk kletterte in England auf Platz 3 der Albumcharts, und selbst in den USA konnten die Foals bereits erste Charterfolge verbuchen. Seit der Veröffentlichung von „Antidotes“ befinden sie sich fast ununterbrochen auf Tournee und kommen Ende November endlich für vier Konzerte nach Frankfurt, Berlin, Köln und München.
Es war fast abzusehen, dass das Ergebnis aus dem Zusammenprall dieser fünf unterschiedlichen Musiker außergewöhnlich ausfallen würde. Zu unterschiedlich waren ihre Einflüsse und bisherigen Banderfahrungen. Sänger/Gitarrist Yannis Philippakis und Bassist Jack Bevan, Freunde seit Schultagen, spielten zuvor in der komplexen Mathrock-Band The Edmund Fitzgerald. Gitarrist Jimmy Smith und Drummer Walter Gervers – ebenfalls alte Schulkameraden – engagierten sich in der Indie-Pop-Gruppe Face Meets Grill. Als einige Monate nach der Gründung der Foals noch Keyboarder Edwin Congreave hinzu stieß, der in seinem Leben bisher ausschließlich Minimal Techno produziert und gehört hatte, war der vorprogrammierte Culture Clash perfekt.
Die Basis ihrer Musik sind natürlich Rock und Punk. Es ist die Urgewalt der Gitarre, der gezielte Einsatz von eruptiven Noise-Passagen, der sich in den innovativen Sound der Foals übertrug. Diese Energie koppelten sie mit bemerkenswert eingängigen Melodien und allerlei elektronischer Verzierung – bis hin zu ihrer oftmals an Jungle-Musik erinnernden, vertrackten Rhythmusarbeit. Bereits die ersten Gigs ließen die Talentscouts aufhorchen: Hier wuchs etwas heran, das eigenständig und außergewöhnlich, dabei aber nicht artifiziell war.
Zügig ergatterten die Foals einen Plattenvertrag und enterten das Studio mit Produzent Dave Sitek, Mitglied bei TV On The Radio, der erst kürzlich als Produzent des Debütalbums von Scarlett Johansson reüssierte. Er verpasste den Foals einen monumentalen, breit angelegten Sound, den sie anschließend „künstlich wieder verkleinerten“, wie Yannis Philippakis erzählt. „Wir klangen wie eine Band im Grand Canyon, dabei sind wir eher eine Band aus dem Keller um die Ecke deiner Wohnung.“ Das Ursprüngliche und Energetische, das „Antidotes“ auszeichnet, gibt ihnen Recht. Hier sind Musiker am Werk, die ihre ganz eigene Nische fanden, sie mit Leben füllten und Songs schrieben, die unmittelbar und zu gleichen Teilen in Kopf, Bauch und Beine fahren. Die Foals live zu erleben, heißt sympathischen Manikern bei der Arbeit zuzusehen. Eine kalkulierte Unkontrollierbarkeit, die jeden Abend zu einem unvergesslichen Ereignis macht.