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Zunächst eroberten sie ihre Heimat Australien, jetzt schicken sich Expatriate an, auch den europäischen Kontinent zu knacken. Mit nur einem Album stiegen sie „down under“ in die Star-Liga auf. Das Debütalbum „In The Midst Of This“ hielt sich wochenlang in den Charts, bevor es Ende 2007 mit zwei ARIA-Awards bedacht wurde, dem australischen Pendant zum Grammy. Es folgten ausverkaufte Tourneen durch Australien und erste Gastspiele in den USA, Asien und Europa. Nun bereitet sich die Band darauf vor, zu einer Größe am hiesigen Rockhimmel aufzusteigen. Einen ersten Vorgeschmack gaben im Frühsommer ihre beeindruckenden Konzerte bei Rock am Ring und Rock im Park sowie unlängst im Vorprogramm von Placebo. Anfang 2010 tritt der Vierer nun seine erste Headliner-Tour durch Deutschland an: Zwischen dem 25. und 30. Januar gastieren Expatriate in Hamburg, Köln, München und Berlin.
„Ex patria“ ist das lateinische Wort für „jemanden, der vorübergehend oder dauerhaft, aber ohne Einbürgerung in einem anderen Land als dem seiner Abstammung lebt“. Es ist kein Zufall, dass das Quartett Expatriate diesen Namen wählte: Zwei Bandmitglieder erlebten in ihrer Kindheit genau diese Reise zwischen verschiedenen Kulturen, Nationen und Lebensräumen. Sänger und Gitarrist Ben King wuchs zeitweise in Indonesien auf, lebte aus dem Koffer und „fand in Asien eine zweite Heimat, die mir fast näher ist als Australien“. Schlagzeuger Christo Kollias hingegen, ein Kind griechischer Immigranten, ging den umgekehrten Weg: Er lebte im fernen Australien und lernte seine griechischen Wurzeln erst kennen, als er mit seinen Eltern sein ursprüngliches Heimatland bereiste.
Diese Entwurzelung, dieses besondere Gut, kulturell nicht an eine Nation gebunden zu sein, spiegelt sich in der Musik von Expatriate wider. Sie klingt ebenso britisch wie amerikanisch, ist bezugsoffen, bereit für Neues und in jeder Sekunde äußerst spannend. Dies liegt auch an der versierten Musikalität der vier Künstler. Neben Ben und Christo sind dies Gitarrist und Keyboarder Damian Press und Bassist Dave Molland. Ihr Debüt „In The Midst Of This“, das in Australien bereits vor zwei Jahren erschien, ist ein wunderbares Amalgam aus brillanten Melodien, peitschenden Grooves, raumgreifend mäandernden Klangflächen und Melodien, die so speziell wie eingängig sind.
Jenes wurde in den Robert Lang Studios in Seattle eingespielt, einem geschichtsträchtigen Ort. Hier entstanden die letzten Nirvana-Aufnahmen, hier nahm Dave Grohl die ersten beiden Foo Fighters-Alben auf. Gemeinsam mit Produzent John Goodmanson (Death Cab For Cutie, Hot Hot Heat, Wu-Tang Clan) schufen Expatriate eine kantige, zugleich griffig rollende Wall of Sound, die so authentisch wie vielschichtig klingt. „Wir wählten Goodmanson, weil es uns wichtig erschien, die rohe Live-Energie unserer Konzerte auch auf dem Album einzufangen”, erklärt Ben.
Der anhaltende Erfolg gibt ihnen Recht. In Australien landeten sie bereits auf dem Cover des ‚Rolling Stone’ als „eine der wichtigsten neuen Bands des Jahres“. Im Dezember entschieden Expatriate sich, nach Berlin zu ziehen, um von hier aus Europa für sich zu begeistern. Sie lieben diese Stadt und ihre Menschen. Und auch wir werden Expatriate nun lieben lernen, nachdem „In The Midst Of This“ Ende Oktober in Deutschland erschien. Im Vorprogramm von Placebo bewiesen sie kürzlich ihre Souveränität: Erstmals in Deutschland unterwegs, verzauberten sie die größten Hallen im Handumdrehen. Im Januar werden sie erstmals als Headliner auch das Club-Publikum mit ihrem facettenreichen Sound infizieren.