Seite 1

    Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gibt es in der Musik keine Stile, Grenzen und klaren Kategorisierungen mehr. Gemischt wird, was gefällt und Raum für Neues bietet. Die Foals aus dem englischen Oxford sind der beste Beleg hierfür. Bei ihnen bilden verschiedene Genres und Sound-Ästhetik ein raumgreifendes Gesamtbild der Möglichkeiten. Das ist Musik wie rasante Science-Fiction – überraschend, fordernd, unvorhersehbar. Ihr Debüt „Antidotes“ von 2008 stieg sofort nach Veröffentlichung auf Platz 3 der britischen Albumcharts. Im Mai erschien der Nachfolger „Total Life Forever“, dessen Songs die Fans vom 30. November bis 7. Dezember in Berlin, Hamburg, Köln und München live erleben dürfen.

    In Großbritannien regt sich seit einiger Zeit eine Szene junger Musiker, die mit der Wucht des Rock ebenso sozialisiert wurden wie mit der Intensität nächtelangen Tanzens zu elektronischer Musik. Für diese Generation ist es vollkommen natürlich, diese früher unvereinbar scheinenden Genres zu verschmelzen. Denn sie wissen: Unkonventionelle, abstrakte Musik versteht man als Hörer umso besser, wenn man dazu tanzen kann. So entstanden in den letzten Jahren überwiegend in England neue Subgenres wie Dance-Punk, Postrock, NeoWave und Techfunk.

    Die Foals gehen nun noch einen Schritt weiter. Sie bedienen sich aller zuvor genannter Stile und treiben sie ins Extrem. Die Basis, auf denen sie ihre wilden Song-Abfahrten konstruieren, steht auf zwei Säulen: mit Breaks, Pausen und Tempowechseln spielendem Math Rock und authentisch geradem, cluborientiertem Techno. In diesem Spannungsfeld verankern sie Songs, die in ihrer eleganten kompositorischen Griffigkeit unmittelbar ins Ohr gehen.

    Die fünf ehemaligen Studenten fanden sich 2006 als Foals zusammen: Yannis Philippakis (Gesang, Gitarre), Jimmy Smith (Gitarre), Edwin Congreave (Keyboards), Walter Gervers (Bass) und Jack Bevan (Drums). Yannis und Edwin, Freunde seit Kindertagen, hatten zuvor bereits gemeinsam in der kultig verehrten Math-Rock-Band The Edmund Fitzgerald gespielt. Die Gründung der Foals war für vier von ihnen ein willkommener Anlass, das Studium abzubrechen und sich ganz auf die Ausformulierung ihrer Idee von Rockmusik zu widmen.

    Anfang 2007 gingen sie ins Studio, um ihr Debüt „Antidotes“ einzuspielen, das bei Veröffentlichung im April 2008 über Nacht Tausende von Fans fand. Ihr Sound traf den Nerv einer erlebnishungrigen, experimentierfreudigen Generation und bewies, dass man auch in Zeiten der Krise mit höchst eigenwilliger Musik Erfolg haben kann. Mit dem zweiten Album „Total Life Forever“ gingen die Foals noch einen Schritt weiter. Sie selbst bezeichnen das Werk als „tropischen Prog-Rock-Fiebertraum“.

    ×