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Es begann um den Jahrtausendwechsel in Orange County/Kalifornien und breitete sich kontinuierlich über die Welt aus: Junge Bands nahmen sich Stile wie Postpunk, Screamo und NuMetal und verwoben es mit kompromissloser Brachialität und großer Leidenschaft zu komplexer Musik. Eine der ersten Bands in Europa, die sich diesem Sound verschrieb, war Funeral For A Friend aus Wales, die von Anfang an für großes Aufsehen sorgte. Kein Jahr nach Bandgründung spielten sie bereits in ausverkauften Clubs, mittlerweile gehören sie zu den weltweit erfolgreichsten Bands dieses neuen harten Genres. Nachdem die Formation mit „Your History Is Mine“ im vergangenen Jahr ihr erstes Best Of-Album veröffentlicht hat, spielt sie Ende des Jahres einige ausgewählte Shows. Eine davon auch in Deutschland: Am 2. Dezember gastiert das Quintett im Kölner Luxor.
Es war, so erzählt es die Band, vor allem Langeweile, die zu Beginn des Jahres 2002 zur Gründung der Band führte. Mit der Idee, der provinziellen Beschaulichkeit des walisischen Hinterlands zu entrinnen, fanden sich fünf Musiker zusammen, um den jungen amerikanischen Vorbildern wie The Used oder My Chemical Romance nachzueifern. Nach zahllosen Besetzungswechseln innerhalb der ersten Monate fanden sie Mitte 2002 sowohl inhaltliche als auch personelle Kontinuität. Nur wenige Monate später erschien ihre erste EP „Between Order And Model“, der fast im Quartalsturnus zwei weitere folgten – eine ungewöhnliche Veröffentlichungspolitik, der sie bis heute treu sind. Denn zwischen ihren LPs veröffentlicht die Band immer wieder Live- und Studio-EPs. Noch im gleichen Jahr wurde der Branchenriese ‚Warner’ auf die Band aufmerksam und nahm sie unmittelbar unter Vertrag.
Bereits mit dem Debütalbum „Casually Dressed & Deep In Conversation“, das im Frühjahr 2003 erschien, gelang Funeral For A Friend der Sprung in die Charts und auf die Titelblätter der einschlägigen Musikmagazine. Unmittelbar folgte die Auszeichnung als „beste neue englische Band“ durch das Fachorgan Kerrang! sowie eine Tour im Vorprogramm ihrer erklärten Helden Iron Maiden. Mit dem zweiten Album „Hours“ gelang ihnen 2005 der Einstieg in die Topliga: Das Werk kletterte bis auf Platz 3 der britischen Charts, alle drei Singles fanden sich in den Top 20 wieder, und selbst in den USA konnten sie erste Chartsnotierungen verzeichnen. Seitdem arbeitet die Band, die aus Matt Davies (Vocals), Kris Coombs-Roberts (Gitarre), Darren Smith (Gitarre), Ryan Richards (Drums, Vocals) und dem 2008 hinzu gestoßenen Bassisten Gavin Burrough besteht, kontinuierlich an ihrer internationalen Akzeptanz – mit großem Erfolg, bis nach Japan und Australien.
Auf das für ihre Verhältnisse recht zugängliche, weniger harte dritte Album „Tales Don’t Tell Themselves“ folgte Ende 2008 ihr neues Werk „Memory And Humanity“, das die Band wieder deutlich härter und kompromissloser zeigte. Auf diesem Konzeptalbum, das sich mit der Jugend ihres Sängers Matt Davies sowie mit dem Blick der Band auf die moderne Welt auseinander setzt, waren wieder alle Zutaten enthalten, die Funeral For A Friend so spannend machen: Vertrackte Rhythmik, massive Gitarrenwalzen, druckvolle Bässe sowie ein Gesang zwischen Schmeicheln und Schreien, zwischen Intensität und Intimität. Einen ausgezeichneten Überblick über ihr bisheriges Schaffen inklusive vieler Raritäten, Coverversionen und vier neuen Songs bot ihre bislang letzte Veröffentlichung, die Best Of-Zusammenstellung „Your History Is Mine“. Ihre ganze Kraft entfalten sie aber erst im Konzert – die Waliser gelten als eine der britischen Live Bands aus England.