MAREK
LIEBERBERG

Marek Lieberberg ist einer der führenden Exponenten der internationalen Musikindustrie. Er gilt als erfolgreichster deutscher Veranstalter der letzten Jahrzehnte und als Wegbereiter der Rock- und Popmusik. Seit mehr als vier Jahrzehnten präsentiert er aktuelle Kultur für Millionen jenseits von Subventionen und auf eigenes Risiko. Im Durchschnitt kommen jährlich bis zu 3 Millionen Besucher zu mehr als 700 Veranstaltungen. Er lebt in Frankfurt am Main, wo auch die von ihm gegründete Marek Lieberberg Konzertagentur ihren Sitz hat. Er ist mit Ingrid Lieberberg verheiratet und hat drei Söhne, Daniel, Andre und Benjamin.

Marek Lieberberg wurde am 7. Mai 1946 in Frankfurt/M. geboren. Hier machte er sein Abitur, nachdem er zuvor mehrere Jahre ein englisches College besucht hatte. In seiner Schulzeit spielte er in mehreren Rockbands, bei denen er als Leadsänger agierte. Mit der populärsten Gruppe, The Rangers, veröffentlichte er mehrere Schallplatten. Höhepunkt dieser Jahre waren die Auftritte im Hamburger Starclub und die Beteiligung an nationalen Wettbewerben. Diese Ära endete mit dem Beginn des Soziologiestudiums, das Lieberberg schließlich zugunsten eines Praktikums bei der Nachrichtenagentur Associated Press aufgab. Dort wurde er zum Nachrichtenredakteur ausgebildet und sammelte wichtige praktische Erfahrungen als Journalist in Frankfurt, Berlin und Bonn.

Die Affinität zur Musik und seine journalistischen Fähigkeiten verbanden sich schließlich symbiotisch im Beruf des Konzertveranstalters. Schon Ende der 60er gab es erste Anläufe, aber im September 1970 erfolgte der offizielle Start mit der Tournee von The Who, die von Mama Concerts organisiert wurde, die (Ma)rek Lieberberg im selben Jahr gemeinsam mit (Ma)rcel Avram gründete. Die erfolgreiche Partnerschaft währte bis 1986, als die Verschiedenheit der Persönlichkeiten und Vorstellungen zur Trennung führte.

Mit großem Engagement, professioneller Kompetenz, Leidenschaft und Persönlichkeit gelang es Marek Lieberberg der nach ihm benannten Konzertagentur zu einer internationalen Spitzenstellung zu verhelfen. Superstars wie Bryan Adams, A-HA, Michael Bublé, Coldplay, Depeche Mode, Celine Dion, Bob Dylan, Green Day, Billy Joel, Linkin Park, Metallica, Placebo, Queen, R.E.M., Bruce Springsteen und Roger Waters u.v.a. zählen zu seinem Veranstaltungs-Portfolio.

Lieberberg veranstaltete die erfolgreichsten Tourneen von Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen. Xavier Naidoo wird seit Beginn seiner Solo-Karriere von MLK betreut, die jüngst ebenso wieder die Söhne Mannheims auf Tour präsentierte. Reamonn und Sasha sind weitere deutsche Top-Acts, zu denen jahrelang auch Otto gehörte. Als Manager und Produzent begründete er die weltweite Karriere von Ute Lemper.

Marek Lieberberg hat die Bandbreite der Präsentationen stets ausgeweitet und dadurch die Plattform der MLK erheblich gestärkt. So produzierte er die legendären André Heller-Projekte FlicFlac, Begnadete Körper und das Berliner Feuertheater. Rekordbesuche verzeichneten die Tourneen von Meistermagier David Copperfield. Der Erfolg von Lord of the Dance mit rund 3,5 Millionen Besuchern, scheint kein Limit zu kennen.

Open Air-Veranstaltungen sind ein Schwerpunkt des vielfältigen Programms des Branchenführers aus Frankfurt. Europas populärste Festivals Rock am Ring und Rock im Park haben seit 25 bzw. 15 Jahren Kultstatus. Mit bis zu 150.000 Zuschauern jährlich sind sie absolute Publikumsmagnete, die zusätzlich durch TV- und Radioübertragungen weltweit ein Millionenpublikum erreichen.

Mit Cats und Les Misérables profilierte sich Marek Lieberberg im Musicalbereich. 1999 produzierte die Marek Lieberberg Konzertagentur die deutsche Erstaufführung des Musicals Rent gemeinsam mit Michael Brenner. Am Broadway engagierte er sich als Co-Produzent von The Crucible, Death of a Salesman, Iceman Cometh, Metamorphoses, Hairspray und Spamalot. Die Tournee der englischsprachigen Originalversion des weltweit erfolgreichsten Musicals Mamma Mia! in Deutschland und Österreich stellt einen besonderen Höhepunkt dar, ebenso wie die „How To Be A Megastar“-Tour der Blue Man Group, Tango Argentino oder Fool Moon.

Das Produzententeam Michael Brenner und Marek Lieberberg stellte sich mit der deutschen Originalproduktion von Hairspray in Köln Ende 2009 mit Uwe Ochsenknecht und Maite Kelly erneut eine gewaltige Aufgabe. Wahrhaft gigantisch sind die Dimensionen von „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“, einem weiteren MLK-Blockbuster. Mit Saltimbanco präsentiert Marek Lieberberg die populärste Cirque du Soleil-Show als Arena-Produktion.

Entertainment pur liefert die WWE mit ihren Wrestling-Superstars, die Lieberberg seit Jahren mit erstaunlichen Besucherzahlen veranstaltet.

Außerordentliche Beachtung fand der erste Ultimate Fighting Championship-Event in Köln, der die Qualität dieser faszinierenden Kampfsportart unter Beweis stellte und Vorurteile eindeutig widerlegte.

Im Dezember 1992 mobilisierte Lieberberg gemeinsam mit der Schallplattenindustrie spontan die wichtigsten deutschen Künstler der Pop- und Rockmusik zu einer gemeinsamen öffentlichen Aussage gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit und Brüderlichkeit. „Heute die! Morgen Du“, das Open Air-Konzert vor mehreren hunderttausend Menschen in Frankfurt, wurde zu einem Signal des guten Willens, das weltweit immense Beachtung fand.

Acht Jahre später hieß es in Leipzig erneut „Gesicht zeigen gegen Gewalt“. Im Dezember 2000 folgte die Musikszene dem Aufruf für ein tolerantes Deutschland gegen Rassismus und rechte Gewalt. Der Protest artikulierte sich in einem spektakulären MTV-Konzert, das von Lieberberg veranstaltet wurde.

Im Auftrag seines langjährigen Freundes Bob Geldof organisierte Marek Lieberberg das Berliner Live 8-Konzert im Juli 2005, Teil der größten Künstleraktion und Demonstration in der Musikgeschichte. Über 220.000 Besucher auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor sowie Millionen an Bildschirmen und Radios nahmen Anteil an einem Ereignis, das den Kampf gegen Hunger und Elend in Afrika thematisierte.

2007 wurde Marek Lieberberg mit der Ausrichtung des Hamburger Live Earth-Konzertes betraut. Das von Al Gore initiierte, globale Musikereignis verstand sich als Aufruf, die weltweite Klimakrise zu bekämpfen.

Einen familiär geprägten Wechsel gab es Mitte 2002 bei der Führung der Modern Music-Abteilung, mit der die Verbindung der Marek Lieberberg Konzertagentur zur aktuellen Musikszene und zur modernen Rockmusik deutlich unterstrichen wird. Daniel Lieberberg, der vier Jahre lang erfolgreich an der Spitze dieser Sparte stand, ging als Labelhead Universal Domestic Rock/Urban zu Universal Music nach Berlin. Als neuer Department Head agiert seither sein Bruder Andre Lieberberg. Andre erwarb im Herbst 2001 sein Master-Diplom der Medien und Kommunikationswissenschaften am Goldsmiths College der University of London. Zuvor hatte er umfangreiche Berufserfahrungen innerhalb der Marketingabteilungen von MTV Europe und Universal Music International in London sowie bei Epic Records in New York sammeln können. So absolvierte er unter anderem mit Erfolg das Broadwaymusical- und Theaterseminar in Manhattan.

Seit Ende 1999 besteht eine Allianz mit CTS Eventim. Dadurch wurden Basis und Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens erweitert. Marek Lieberberg sah diesen Schritt als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen im internationalen Konzert- und Entertainment-Business. Seine Konzertagentur bietet maßgeschneiderte Alternativen und individuelle Konzepte für einen facettenreichen Markt. „Diese europäische Perspektive verbindet Tradition und Kultur unseres Kontinents mit den finanziellen Erfordernissen des internationalen Musikgeschäfts". Dieses Netzwerk wurde durch eine Kooperation mit dem größten globalen Entertainment-Konzerns Live Nation, ausgeweitet.

ANDRÉ
LIEBERBERG ÜBERNAHM FÜHRUNGSROLLE BEI MLK

Einen Wechsel, der familiär geprägt war gab es Anfang Juli 2002 innerhalb der Führung der Modern Music-Abteilung der Marek Lieberberg Konzertagentur. Daniel Lieberberg, der vier Jahre lang erfolgreich an der Spitze dieser Sparte stand, ging als Marketing-Chef zu Motor Music/Vivendi Universal.

André Lieberberg, 25, erwarb im Herbst 2001 sein Master-Diplom der Medien und Kommunikationswissenschaften am Goldsmiths College der University of London. In den vergangenen Jahren hatte er umfangreiche Berufserfahrungen innerhalb der Marketing-Abteilungen von MTV Europe und Universal Music International in London sowie bei Epic Records in New York sammeln können. Zuletzt absolvierte er mit Erfolg ein Broadwaymusical- und Theaterseminar in Manhattan.

Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH & Co.KG
Mörikestr. 14
60320 Frankfurt / Main
info@mlk.com

Sommer 2002

FAZ
vom 21.05.2007

Marek Lieberberg
Impresario der Rock-Legenden
FAZ Artikel vom 21.05.2007
Von Andreas Obst

An der Wand des Besprechungszimmers in Marek Lieberbergs Bürovilla hängt ein gläserner Schrein. Darin befinden sich die Trümmer eines schwarzen Laptops: ein Geschenk des kanadischen Sängers und Gitarristen Bryan Adams zu Lieberbergs sechzigstem Geburtstag im vorigen Jahr. Unter den Bruchstücken des Geräts steht die Zeile: “25 Years of Happy Negotiations”. Seit einem Vierteljahrhundert organisiert Lieberberg die Deutschland-Tourneen des Musikers. Es ist eine der zahlreichen Arbeitsfreundschaften, die über die Jahrzehnte zwischen dem Frankfurter Impresario und den Hauptdarstellern der internationalen Rock- und Popwelt entstanden sind. Kaum ein Künstler von Rang und Namen in diesem Metier, den Lieberberg nicht präsentiert hätte. Nur mit den Rolling Stones wollte er sich nie einlassen. Mit Mick Jagger, so erkannte er früh, kann niemand faire Geschäfte machen. Der Rolling-Stones-Sänger gilt als beispiellos unangenehm, ja unverschämt in Verhandlungen.

Ein Laptop an die Wand geschmettert

“Wenn die Wahrheit über die Legende herauskommt, drucken wir trotzdem die Legende”, heißt es am Ende von John Fords Kinowestern “Der Mann, der Liberty Valance erschoss”. Darin geht es um scheinbare Schuld und echte Verantwortung, um Aufrichtigkeit in Zeiten des Opportunismus, um die Wahrheit – und eben um Legenden. Bei einem Konzert der Gruppe “Depeche Mode”, das er in München veranstaltet hat, geriet Lieberberg mit dem Buchhalter der Band aneinander. Der hatte provozierend umständlich die Tastatur des Computers bedient und auf Lieberbergs Frage, wie lange es wohl noch dauere, den Anteil der Band aus dem Umsatz des Abends zu rechnen, patzig zur Antwort gegeben: so lange eben, wie es dauert. Nein, entgegnete Lieberberg, nahm den Laptop und schmetterte das Gerät an die Wand – unter dem Beifall der Musiker, die hinzugestürzt waren. Heute, sagt Lieberberg, geben mindestens dreißig Bands an, Zeugen dieses Ereignisses gewesen zu sein. Und auch Bryan Adams würde womöglich einen Eid schwören, dass Laptop-Zerstörung und Buchhalter-Demütigung nach einem seiner Konzerte geschahen. Immerhin brachte ihn das Ereignis auf die Idee für ein originelles Geburtstagsgeschenk.

Ein Mann muss tun, was er tun muss. Die tiefe Verbindung zwischen dem klassischen Western und dem Geschäft mit der Rockmusik verdichtet sich in Marek Lieberberg wie nirgendwo sonst. Mit vierundzwanzig veranstaltete er sein erstes Rockkonzert. Vorher hatte er in Frankfurt ein Soziologie-Studium abgebrochen und zwei Jahre lang als Nachrichtenredakteur bei der Agentur Associated Press gearbeitet. Während ihn die akademischen Diskussionen im Kometenschweif der Achtundsechzigerbewegung bald langweilten, war er sich sofort sicher, als Journalist seine Bestimmung gefunden zu haben. Schnelles Formulieren und prägnantes Polarisieren sind ihm bis heute eigen. Unvergessen, dass er dabei war, als Associated Press als erste Agentur bei der Bundestagswahl 1969, noch während die Stimmen ausgezählt wurden, die sozialliberale Koalition voraussagte.

Mit “The Who” fing alles an

Gegen die Fortsetzung der journalistischen Laufbahn sprachen allerdings die beschränkten Möglichkeiten, mit dem Denken und Schreiben Geld zu verdienen. Verlockend erschien ihm hingegen die Rockmusikszene, die in den Sechzigern jäh aufgeblüht war und die er als Sänger zweier Bands und nun auch als Journalist aus der Nähe kannte. Seine Voraussetzung für den Beruf des Konzertveranstalters hingegen erschöpfte sich seinerzeit in der “unbedingten Lust auf Rock” und einer Überzeugungskraft, die aus seinem schon damals stark ausgeprägten Selbstbewusstsein resultierte. Als Startkapital reichte diese Mischung aus. Lieberberg reiste nach London und sprach die Musiker der populären Bands vor den Türen der Clubs und an den Theken der Kneipen an. Dass er sich als Veranstalter-Debütant gleich mit der Zerstörungsenergie des englischen Quartetts “The Who” maß, die er nach Münster und Offenbach brachte, betrachtet er heute als wegweisend. Denn da er an dieser Aufgabe nicht zerbrach, war es für ihn selbstverständlich, Europas erfolgreichster Rockimpresario zu werden. Dem amerikanischen Branchenmagazin “Pollstar” zufolge belegt Lieberberg im ersten Quartal 2007 den vierten Rang der “Top-Promoter” weltweit, mit 453.686 verkauften Eintrittskarten. Zwanzig feste Mitarbeiter beschäftigt er heute in seinen Büros in Frankfurt und Berlin, er selbst ist fast zwei Drittel des Jahres in der Welt unterwegs; 100 Millionen Euro setzt seine Agentur jährlich um, davon bleiben zwischen 5 und 9 Millionen im Jahr als Gewinn stehen.

Bier und Matsch – Rock am Ring

Lieberberg wollte freilich immer mehr, als nur Eintrittskarten zu verkaufen. Rockmusik fordere das ganze Herz, lautet seine Devise. Das gilt auch für den Konzertveranstalter, als Mittler zwischen Künstler und Publikum. Nichts Menschliches ist ihm fremd geblieben in den Jahrzehnten zwischen dem Olymp der Rockgötter und den Matschwiesen der Open-Air-Arenen. Lieberberg hat das Festival “Rock am Ring” in der Eifel erfunden, das jedes Jahr am ersten Juniwochenende stattfindet, in diesem Jahr zum einundzwanzigsten Mal: eine Leistungsschau zeitgenössischer Rockmusik als Spiegel der Publikumsinteressen – “unterhalb des Radars der Medien”, die ihre Deutungskompetenzen längst verloren haben, wie Lieberberg meint. Dort sitzt er, der für sich stets Wert auf konservativ klassische Garderobe legt, vor Campingzelten unter biertrinkenden Rockfans und weiß sich unter Herzensgleichen. Den Ausnahmerang des Künstlers hingegen will er nicht gelten lassen. Allzu oft habe er die größten Stars als kleine Menschen erleben müssen: ratlos, verwirrt, ängstlich und verzweifelt. Der Umgang mit ihren Launen hat ihn philosophisch werden lassen. Die Rockmusik sei an die Stelle des Hochadels früherer Epochen getreten, doziert er, der Rockstar betrachte sich selbst als eine Art absolutistischen Herrscher, der von seinem Gefolge, der Musikindustrie, den Medien und vor allem den Fans, bedingungslosen Gehorsam verlange. Zwischen diesen Mühlsteinen könne man nur mit Mut zur eigenen Meinung bestehen. Genau zwei Möglichkeiten habe ein Konzertagent, um den Auftrag zu ergattern, für einen Künstler die Tournee auszurichten. Entweder man garantiere mehr Einnahmen als die Konkurrenz, oder man überzeuge durch Persönlichkeit.

In der Branche genießt Lieberberg einen Ruf als perfekter Gastgeber. Seine Großzügigkeit, Teil der Inszenierung eigenen Selbstverständnisses, ist sprichwörtlich. Künstler und Geschäftspartner bringt er in Luxushotels unter, er verwöhnt sie in den besten Restaurants, empfiehlt den Besuch von Sehenswürdigkeiten, Museen und Ausstellungen.

Die Musik spielt auf Hawaii

Spätestens mit Mitte Dreißig sei man dem Rock entwachsen, postuliert Lieberberg. Für koketten Unsinn hält er, was die Sänger der frühen Aufbruchsjahre über Leben, Tod und Ewigkeit gesungen haben. “Sterben möchte ich, bevor ich alt werde” (The Who), “Zu alt für Rock ’n’ Roll, zu jung zum Sterben” (Jethro Tull), “Besser ausbrennen als einrosten” (Neil Young). Aus dem Wunsch, die Welt mit Melodien zu verändern, die von einem hingeknüppelten Viervierteltakt angetrieben werden, sei die Wirklichkeit einer Industrie gewachsen, deren wesentliches Merkmal die Wiederkehr des Immergleichen ist. Längst sei der Rock im Leben angekommen. Man muss das Spiel durchschauen, um dann nach seinen eigenen Regeln zu spielen, sagt Lieberberg. Zu Hause hört er inzwischen lieber klassische Musik, Opern vor allem.

Neben dem Anwesen in Frankfurt besitzt der Konzertveranstalter ein Haus, das er sich auf der Hawaii-Insel Maui bauen ließ. Hawaii habe er vor Jahrzehnten entdeckt, auf der Suche nach einem Ort, der exotisch sei, aber nicht zu abenteuerlich, mit angenehmem Klima und ohne gefährliche Tiere. Keine Übertreibungen eben. In dieser Hinsicht sei er ganz geprägt durch die jüdischen Traditionen, mit denen er aufwuchs. Mindestens viermal im Jahr verbringe er Zeit auf Maui. Die Green Card, die Ausländern in Amerika alle Türen öffne, habe er mit dem Argument erhalten, in Deutschland seit Jahrzehnten Amerikanern Arbeit zu verschaffen. Neuerdings veranstaltet er auch Konzerte auf Hawaii. Im vorigen Jahr spielte Billy Joel dort, davor musizierten die Eagles, und Celine Dion war auch schon da. Früher einmal habe er überlegt, ganz nach Amerika zu gehen, ins gelobte Land des Rock, sagt Lieberberg. Doch sein Leben sei in Deutschland, und die Musik spiele schließlich auch hier.

Rheinische Post
vom 07.07.2007

RHEINISCHE POST ARTIKEL ÜBER MAREK LIEBERBERG VOM 7.JULI 2007

DER KONZERTBOSS

Marek Lieberberg betreibt die erfolgreichste Konzertagentur Europas. Sein Portfolio liest sich wie das Who is Who der Rockgeschichte. Er bereitet für Madonna, Bruce Springsteen, Pink Floyd, The Who und Sting eine Bühne. Mit „Rock am Ring“ veranstaltet der 61-Jährige Deutschlands größtes Musikfestival.

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Rolling Stone
Interview, April 2008

Mann im Hintergrund

André Lieberberg, Sohn des legendären Konzertveranstalters Marek, bucht die Bands für “Rock am Ring” – und versteht sich als Dienstleister fürs Publikum

Im deutschen Konzertgeschäft ist Marek Lieberberg ein klangvoller Name. The Who, Springsteen, Madonna, Depeche Mode – der Frankfurter Konzertveranstalter hat ein Portfolio voller Legenden, ein bisschen ist er selbst eine. Lieberberg hat Tourneen noch als Abenteuerreisen erlebt, seine Berichte von Keith Moon auf dem Kronleuchter und gestürmten Pink Floyd- Konzerten gehören zum Kanon der Rock’n’Roll-Geschichtsschreibung.

Der Generationswechsel vollzieht sich im Hause Lieberberg schrittweise. Sohn Daniel Lieberberg gründete vor gut zehn Jahren den Bereich „Modern Rock“, bevor er zum Major-Label Universal ging. Seitdem hat der jüngere Sohn, André, die Zukunft vor Augen. Neben Linkin Park, Placebo, Nelly Furtado und den Killers das wichtigste Thema: Rock am Ring bzw. im Park. Seit sechs Jahren sucht André die Headliner aus, mischt Neues mit Bewährtem und überblickt die Entwicklung von Deutschlands größtem Festival. In diesem Jahr stehen mit Metallica, den reformierten Rage Against The Machine und den Toten Hosen die Headliner schon früh fest.

Gerade heute ist ein bisschen Stress in der schön herrschaftlichen, mit Konzertplakaten, Widmungen und Künstlerfotos vollgehängten Frankfurter Stadtvilla. Eine US-amerikanische Rockband im Roster von MLK geriert sich offenbar ein bisschen schwierig. Die Kommunikation sei manchmal kleinlich und undankbar, erzählt Lieberberg und wünscht sich eine bessere Balance von Geben und Nehmen. Das kennt er vom Vater anders, der seine Verträge am Anfang noch auf Servietten abschloss, Cat Stevens in der eigenen Küche bewirtete und die Söhne zum Abendessen mit zu Billy Joel nahm. „Natürlich prägt das“, bestätigt Lieberberg, „aber mein Vater hat mir etwas Wichtiges beigebracht: Das Licht der Stars lässt uns nicht heller scheinen. Wir bleiben Dienstleister – zu viel Nähe ist oft weder förderlich noch beabsichtigt.“

Herr Lieberberg, wie bucht man beispielsweise Metallica?

Es war abzusehen, dass Metallica im Sommer für Festivals zur Verfügung stehen wird. Weil wir die Band generell zusammen mit Wizard Promotions auf Tour bringen, ist man frühzeitig über die Tourneepläne informiert. Es beginnt dann ein ziemlicher Konkurrenz- und Preiskampf unter den europäischen Festivals. Wir hatten gute Karten, weil die Band das Festival kennt, aber anfangs sah es eher schlecht für uns aus – einer der Musiker sollte genau zum Zeitpunkt der Festivals Vater werden. Glücklicherweise hat der verantwortliche Arzt den Termin nach hinten korrigiert.

Wie war das bei Rage Against The Machine?

Natürlich verfolgt man die Reunion und spricht mit der Band über ein generelles Interesse, Shows zu spielen. Dass es wohl keine neue Platte geben wird, ist für uns nebensächlich, man setzt so eine Band ja als Headliner, weil man dem Publikum ein Greatest-Hits-Set bieten will.

Was kostet so eine Band?

Habe ich gerade vergessen.

Sicher.

Nein, im Ernst, es wäre eher unromantisch, hier über Zahlen zu sprechen.

War das Tourneegeschäft denn früher wirklich romantischer?

Jedenfalls nicht so bürokratisch. Heute wird jedes Detail bis ins Kleinste verhandelt und festgelegt, und oft hat man das Gefühl, dass die Gegenseite einem misstraut. Bei meinem Vater ging das noch direkter zu – da konnte man einen Deal auch schon mal am Telefon abschließen. Außerdem ist der Druck sehr hoch. Wir müssen gerade bei sehr bekannten Künstlern praktisch immer ausverkaufen, um Gewinn zu machen. Um eine schiefgegangene Arena-Tournee auszugleichen, braucht man fünf bis zehn erfolgreiche Tourneen.

Dabei weckt das Konzertgeschäft doch gerade jetzt Begehrlichkeiten bei Plattenfirmen, die auf der Suche nach neuen Umsatzmöglichkeiten sind.

Eine absurde Vorstellung! Wenn man als Label jetzt auf die Idee kommt, die eigenen Künstler zu buchen, beinhaltet dies enorme Risiken. Es scheint hier ein Missverständnis zu geben: Die Gewinnspannen im Tourneegeschäft sind oft geringer als die von physischen und digitalen Plattenverkäufen. Auf lange Sicht kann nur überleben, wer sich breit aufstellt, die entsprechende Erfahrung hat und bereit ist, neue Künstler kontinuerlich aufzubauen. Und natürlich sind für uns die Festivals Rock am Ring und Rock im Park sehr wichtig.

Im Hause Lieberberg ist die momentan so heiß diskutierte Umwälzung der Märkte also kein Thema?

Nicht wirklich. Wenn Madonna jetzt mit Live Nation einen 360-Grad-Deal eingeht, dann ist uns das insofern nicht egal, weil Live Nation einen Anteil an MLK besitzt und wir deshalb eine relative Planungssicherheit haben, auch in Zukunft mit Madonna zusammen zu arbeiten. Aber prinzipiell bleibt unsere Rolle dieselbe, unabhängig davon, wem ein Künstler seine Rechte veräußert. Mag schon sein, dass sich das Geschäft öffnet und hier und da neue Allianzen entstehen, wenn ein Label beispielsweise eine funktionierende Merchandising-Firma hat oder ein Künstler für einen größeren Vorschuss Anteile am Live-Umsatz abgibt. Aber das alles wird wesentlich gradueller vonstatten gehen, als viele momentan mutmaßen. Überhaupt wird der Drei-Sechzig- Deal doch schon seit langem erfolgreich praktiziert – beispielsweise von den Toten Hosen und den Ärzten.

Zurück zum Festival: Gibt es da so etwas wie ein musikalisches Konzept? Man wundert sich ja manchmal über die vielen brachialen Bands auf dem Billing.

Sicher sind immer relativ viele harte Bands im Line-up, aber insgesamt sind wir wahrscheinlich die eklektischsten Festivals in Deutschland, von Indie-Pop bis Metal. Gerade im Zeitalter von Downloads und iTunes ist es viel einfacher geworden, seinen Musikgeschmack zu erweitern und zu diversifizieren. Man hört eben beides: Metallica und Kate Nash.

Wie wichtig ist es denn eigentlich das Line-up für den Erfolg Ihres Festivals? Man hat ja den Eindruck, die Leute kommen eher wegen des Events und weniger, um eine bestimmte Band zu sehen.

Bedingt. Da sind die, die gucken, welches Festival die meisten Bands hat, die ihnen gefallen, und die, die sagen: Super Festival, tolle Stimmung, eine Menge Bands kenne und mag ich, andere entdecke ich. Und dann sind da natürlich die, die einfach drei Tage lang im Freien feiern wollen. Auch hier spielen die Acts eine Rolle: Wir buchen Künstler, deren Publikum prinzipiell nichts gegen drei Tage Campen hat.

Rock am Ring ist ja auch immer eine Möglichkeit für Sie, Ihre eigenen Bands im großen Rahmen zu präsentieren. Ist Nachwuchsarbeit wichtig für einen Konzertveranstalter?

Ja, natürlich. Wir müssen beobachten, was passiert, und uns frühzeitig um interessante Künstler bemühen. Beispielsweise um Kate Nash und Justice – beide verkaufen 1500 bis 2000 Karten pro Show, was für Debütanten viel ist. Das ist eine Entwicklung, die mir großen Spaß macht.

Wie dicht dran ist man denn als Konzertpromoter an einem Künstler?

Nicht so dicht, wie oft angenommen. Die Grenzen sind mittlerweile recht klar gezogen. Es muss nicht immer so persönlich zugehen – auch die letzte Morrissey- Tour war für mich eine grandiose Erfahrung. Ich habe nicht das Bedürfnis, dem Künstler meine Sicht der Welt zu erläutern. Es geht darum, die Shows durch Marketing und Promotion im günstigsten Fall auszuverkaufen – und natürlich, bei Morrissey, sämtliches Fleisch aus den Venues zu verbannen.

Jörn Schlüter

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Süddeutsche
Zeitung vom 28.03.2009

In einem viel beachteten Beitrag für die Süddeutsche Zeitung, “Das wollt Ihr nicht wirklich”, hat Marek Lieberberg den zügellosen Raubbau an kreativen Leistungen im Internet angeprangert und vor einer weiteren Erodierung intellektuellen Eigentums gewarnt.

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Süddeutsche Zeitung / Wochenendbeilage
28.03.2009

FNP
vom 15.02.2010

“Die Stadt muss ihr Erbe pflegen”
Der weltweit erfolgreiche Konzertveranstalter Marek Lieberberg fordert mehr und bessere Planungen für Frankfurt

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Frankfurter Neue Presse
15.02.2010

Musikmarkt
vom 16.03.2010

“Noch ist nicht aller Tage Abend”
Veranstalter Marek Lieberberg über die neue Strategie von Live Nation in Deutschland

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Musikmarkt
16.03.2010

FAZ
vom 07.06.2011

“Unser Rat ist in Frankfurt nicht gefragt”
Marek und Andre Lieberberg über die Attraktivität Frankfurts, die Schwächen der Festhalle und Undankbarkeit gegenüber Steuerzahlern

Vollständiger Artikel
FAZ
07.06.2011