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    Wie viele gelungene Nebenprojekte, so sind auch die Mini Mansions das Resultat einer Zwangspause. Nach der ausgiebigen Queens Of The Stone Age-Welttournee zum Album „Era Vulgaris“ erbat sich Frontmann Josh Homme eine Auszeit. Diese nutzte QOTSA-Bassist Michael Shuman, um mit zwei guten Freunden die Mini Mansions ins Leben zu rufen. Auf eine erste EP 2009 folgte 2011 das selbstbetitelte Debütalbum, das Shuman und seine beiden Kollegen am 3. Mai live bei einer exklusiven Show in Frankfurt vorstellen werden.

    Sie wollen keine Songs schreiben. Die Mini Mansions machen eigener Aussage zufolge „Musik zu einem imaginären Film“ – einem Streifen, der im Kopf jedes Hörers entsteht und damit individuelle Züge und Geschichten trägt. „Für uns geht es grundsätzlich darum, die Lieder für sich sprechen zu lassen und zu schauen, wo sie einen hinführen“, erklärt Bandgründer Michael Shuman den Ansatz seines Projektes. Und ergänzt: „Man hört nicht einfach nur eine Platte. Es ist viel eher so, als würde man wie wahnsinnig die Kanäle auf einem kaputten Fernseher wechseln.“

    Aus dieser recht abstrakten Vorgabe haben die Mini Mansions mit ihrem Debüt ein raumgreifendes, weitschweifiges Independent-Album geschaffen, das zum Dahingleiten einlädt. Beim Hören ihrer Musik können sich Zeit und Raum auflösen und in einer fortwährend mäandernden Schleife aus Tönen, Sound und erstaunlich luftigen Rhythmen aufgehen. Ihr Stil ist wild und farbenfroh, erfrischend und gerade heraus.

    Die Vielschichtigkeit ihrer Musik liegt neben der spontanen Entstehungsweise vor allem an der Vielseitigkeit der beteiligten Künstler: Michael Shuman, der bei den Queens Of The Stone Age sonst den Bass zupft, beweist hier sein Können an Gitarre, Keyboards, Schlagzeug und Leadgesang. Zach Dawes bedient Bass, Keyboards und weitere Vocals, während Tyler Parkford Gitarre und Synthesizer liefert. Damit sind die Musiker nie auf ein Instrument festgelegt, sondern tauschen auch auf der Bühne munter ihre Klangerzeuger.

    Das Album „Mini Mansions“ entstand Anfang 2011 im Studio von QOTSA-Kopf Josh Homme, der gleich einige der Songs mischte und mitproduzierte. Er sagt über die Gruppe seines Bassisten: „Sie sind durch und durch psychedelisch und verfügen über großartige Hooks. Man muss sie nur ein einziges Mal hören und wird sie nicht mehr aus dem Kopf bekommen.“ Ein größeres Lob für eine junge Band von einer solchen Ikone der Rockmusik kann es kaum geben.