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    34 Jahre. 23 Studioalben, vier Liveplatten, ein Grammy und mehr als zwei Dutzend Musikpreise. Über zweitausend Konzerte und ein erst in den letzten Jahren wieder aufkeimender Welterfolg, der beeindruckend ist: Die Geschichte von Motörhead ist gespickt von Höchstleistungen. Ganze Generationen von Hardrock-, Heavy Metal- und Punk-Bands berufen sich auf die intensive Kraft von Motörhead als großem Einfluss, Frontmann Lemmy Kilmister gilt als eine der charismatischsten und spannendsten Figuren der harten Rockmusik. Dabei sind sie weit mehr als eine Band, die einfach immer weiter macht. Im Gegenteil: Sie werden immer erfolgreicher. Ihre letzten beiden CDs „Kiss of Death“ und „Motörizer“ stiegen in die Top 5 der deutschen Charts und avancierten hierzulande zu den erfolgreichsten Werken des Trios. Seit Erscheinen des aktuellen Albums befinden sich Motörhead ununterbrochen auf Tour. Nachdem sie bereits im Dezember 2009 für acht Konzerte in Deutschland waren, kehren sie Ende des Jahres für acht weitere Konzerte zurück. Düsseldorf, Hannover, Trier, Stuttgart, Berlin, Wiesbaden, Chemnitz und München sind vom 30. November bis 11. Dezember die Stationen.

    Dass aus dem Sänger und Bassisten Ian „Lemmy“ Kilmister, geboren am 24.12.1945 als Sohn eines Pfarrers in der englischen Grafschaft Stoke-on-Trent, einmal ein echter Kult werden könnte, zeichnete sich früh ab. Schon als Teenager war er zu Höherem berufen: Er arbeitete als Roadie für Jimi Hendrix und stieg Anfang der 70er bei der genrebestimmenden Psychedelic-Rockband Hawkwind ein. Nach zwei Alben trennten sich die Wege, Kilmister gründete 1975 mit Gitarrist Larry Wallis und Drummer Lucas Fox Motörhead. Von Anbeginn zeichnete sich die Band dadurch aus, nicht kategorisierbar zu sein. Sie schufen einen peitschenden, kraftvollen und von Kilmisters rauer Stimme getragenen Sound zwischen Hardrock, Rock’n’Roll, Punk und Hardcore. Fans aus allen Spielarten harter Gitarrenmusik dankten es ihnen und verhalfen früh zum Erfolg. Ihre enorme Bodenständigkeit und künstlerische Aufrichtigkeit tat ein Übriges.

    Trotz zahlreicher Besetzungswechsel bis in die 90er Jahre hinein blieben Motörhead immer aktiv. Album folgte auf Album, Tournee auf Tournee, der internationale Erfolg wuchs stetig. Mit ihrem fünften Longplayer „Ace of Spades“ von 1980 und der gleichnamigen Single, einem der größten Klassiker der harten Musik, gelang ihnen der kommerzielle Sprung in die USA, wo die Band seit 1990 lebt. In diesen wilden, auch persönlich ausufernden Jahren war Kilmister die einzige Konstante: ein kluger, gleichwohl kontroverser Charakter, der in Interviews und seinen Songtexten kein Blatt vor den Mund nimmt. Immer wieder werden seine clever-zynischen Texte über gesellschaftliche Vorgänge und politische Missstände sogar für akademische Abschlussarbeiten herangezogen.

    Zu Beginn der 90er Jahre kam Ruhe in die Band. Seit 1992 ist das Line-up konstant und besteht neben Kilmister aus Gitarrist Philip „Wizzo“ Campbell und Schlagzeuger Mikkey Dee. In dieser Formation wurden seither zehn Studioalben aufgenommen. Dabei zeigten sich Motörhead gerade mit den letzten beiden Werken „Kiss of Death“ und „Motörizer“ von einer Frische und Leidenschaft, die schlichtweg begeisternd ist.

    Hiervon berichtet auch der kürzlich fertig gestellte Dokumentarfilm „Lemmy“ des Regisseurs Greg Oliver, der im März auf dem ‚South By Southwest’-Festival in Austin uraufgeführt wurde. Es ist ein tiefer, intimer Blick in die private und öffentliche Figur des Lemmy Kilmister. Der entfaltet seine intensive, überwältigende Kraft bis heute vor allem im Konzert. Live wirkt Kilmister wie ein junger, wütender, vor Energie strotzender Sohn seiner selbst. Eine Motörhead-Show ist und bleibt ein besonderes, unvergessliches Ereignis – und Kilmister trägt mit Recht den Titel als lebende Legende eines Musikstils, den er einst mit erfand.

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