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    34 Jahre. 23 Studioalben, vier Liveplatten, ein Grammy und mehr als zwei Dutzend Musikpreise. Über zweitausend Konzerte und ein erst in den letzten Jahren wieder aufkeimender Welterfolg, der beeindruckend ist: Die Geschichte von Motörhead ist gespickt von Höchstleistungen. Ganze Generationen von Hardrock-, Heavy Metal- und Punk-Bands berufen sich auf die intensive Kraft von Motörhead als großem Einfluss, Frontmann Lemmy Kilmister gilt als eine der charismatischsten und spannendsten Figuren der harten Rockmusik. Dabei sind sie weit mehr als eine Band, die einfach immer weiter macht, im Gegenteil: Sie werden immer erfolgreicher. Ihre letzten beiden Alben „Kiss of Death“ und „Motörizer“ stiegen beide bis in die Top 5 der deutschen Albumcharts und sind damit die hierzulande erfolgreichsten Werke des Trios. Auch in Skandinavien, Asien und selbst ihrer ursprünglichen Heimat England schwingen sich Motörhead zu neuen Erfolgs-Höhenflügen auf. Nachdem die Band seit Erscheinen des aktuellen Albums im Herbst 2008 ununterbrochen auf Tour ist, kommt sie im Dezember für acht Daten nach Deutschland.

    Dass aus dem Sänger und Bassisten Ian „Lemmy“ Kilmister, geboren am 24.12.1945 als Sohn eines Pfarrers in der englischen Grafschaft Stoke-on-Tent, einmal ein echter Kult werden könnte, zeichnete sich früh ab. Denn schon als Teenager war er zu Höherem berufen: Er arbeitete als Roadie für Jimi Hendrix und stieg Anfang der 70er bei der genrebestimmenden Psychedelic-Rockband Hawkwind ein. Nach zwei Alben trennten sich die Wege, Kilmister gründete 1975 mit Gitarrist Larry Wallis und Drummer Lucas Fox seine eigene Band Motörhead. Von Anbeginn zeichnete sich die Band dadurch aus, nicht kategorisierbar zu sein. Sie schufen einen peitschenden, kraftvollen und von Kilmisters rauer Stimme getragenen Sound zwischen Hardrock, Rock’n’Roll, Punk und Hardcore. Die Fans aus allen Spielarten harter Gitarrenmusik dankten es ihnen und verhalfen der Band früh zum Erfolg. Ihre enorme Bodenständigkeit und künstlerische Aufrichtigkeit tat ein Übriges.

    Trotz zahlreicher Besetzungswechsel bis in die 90er Jahre hinein blieb die Band konstant enorm aktiv. Album folgte auf Album, Tournee auf Tournee, der internationale Erfolg wuchs stetig. Mit ihrem fünften Album „Ace of Spades“ von 1980 und der gleichnamigen Single, einem der größten Klassiker der harten Musik, gelang ihnen der kommerzielle Sprung in die USA, wo die Band seit 1990 lebt. In diesen wilden, auch persönlich ausufernden Jahren war Kilmister die einzige Konstante der Band: ein kluger, gleichwohl kontroverser Charakter, der in Interviews und seinen Songtexten kein Blatt vor den Mund nimmt. Immer wieder werden seine clever-zynischen Texte über gesellschaftliche Vorgänge und politische Missstände sogar für akademische Abschlussarbeiten herangezogen.

    Zu Beginn der 90er Jahre kam Ruhe in die Band. Seit 1992 ist das Line-Up konstant und besteht neben Kilmister aus Gitarrist Philip „Wizzo“ Campbell und Schlagzeuger Mikkey Dee. In dieser Formation wurden seither zehn Studioalben aufgenommen. Dabei zeigten sich Motörhead gerade mit den letzten beiden Alben „Kiss of Death“ und „Motörizer“ von einer Frische und Leidenschaft, die schlichtweg begeisternd ist. Ihre intensive, überwältigende Kraft entfaltet die Band aber erst Recht im Konzert – hier wirkt Kilmister, mittlerweile 63 Jahre alt, wie ein junger, wütender, vor Energie strotzender Sohn seiner selbst. Eine Motörhead-Show ist und bleibt ein besonderes, unvergessliches Ereignis – und Kilmister trägt mit Recht den Titel als lebende Legende eines Musikstils, den er einst miterfand.

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