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James Taylor kehrt mit seinen One Man Band-Konzerten im April in
Frankfurt und Hamburg zu einem einfacheren, jedoch überzeugenden
Performance-Stil früherer Jahre zurück. So wie der legendäre Singer/
Songwriter in den späten Sechzigern seine Karriere lediglich mit
einer Gitarre und einer Handvoll Originalsongs im Gepäck begann,
präsentiert er sich jetzt seinem Publikum. Hautnah und direkt, nur
mit seiner One Man Band, Larry Goldings, der ihn am Piano und einer
Vielzahl anderer Keyboard-Instrumente begleitet. Taylor erfüllt sich
damit einen lange gehegten persönlichen Wunsch. „Ich möchte diesen
Abend rund um die Welt nehmen, es ist ein enormer Spaß für mich!“
James Taylor serviert einen Song-Zyklus aus den vergangenen 40
Jahren. Er hat sich ein kleines mobiles Wohnzimmer gebaut und lässt
hierin seine musikalischen Stationen Revue passieren, illustriert mit
Bildern, Filmausschnitten und humorvollen Anmerkungen. Die Londoner
Times beschrieb dies als eine „Reise der Perfektion“ und gab
dem Programm die seltene Höchstwertung von fünf Sternen.
Auf James Taylor scheint der Begriff des Singer/Songwriters genau
zugeschnitten zu sein. Mit seinem sanften Gesangsstil, seiner sensiblen
Akustikgitarre und seinen einfühlsamen Songs hat er die Gefühle
seiner Generation und die Stimmungslage vieler Menschen immer
wieder getroffen. Der fünffache Grammy-Gewinner mit einer Gesamtauflage
von mehr als 40 Millionen hat bisher 20 Alben veröffentlicht,
die einen Bogen von den frühen 70er Jahren bis zu der letzten
CD One Man Band spannen. Fire and Rain, Sweet Baby James, You’ve
Got A Friend und Handy Man sind einige seiner legendären Songs,
absolute Klassiker. Jeder Rockfan hat sie in seiner Sammlung, wie
alle Taylor-Werke scheinen sie ihren unvergleichlichen Charme nie zu
verlieren.
Gefördert von seinem Vater, einem Medizin-Professor aus Boston,
bekamen James und seine Geschwister Kate, Alex und Livinstone
Gitarren-, Geigen- und Klavierunterricht. Gutbehütet wuchs er in einem
liberalen Elternhaus auf der idyllischen Ferieninsel Martha’s Vineyard
auf. Diese „komfortable Neurose, die er mit der Intensität eines blinden,
schwarzen Bluesinterpreten besang, sollte für den introvertierten
Künstler Triebfeder seines gesamten künstlerischen Schaffens
werden,“ schrieb die US-Musikzeitschrift „Rolling Stone“.
Mit 18 gründete Taylor in New York mit seinem Freund Danny Kortchmar
seine erste Band, die „Flying Machine“. Er schrieb unablässig Songs,
dennoch stagnierte die Bandkarriere. James glaubte seine Probleme
mit Heroin lösen zu können. Er entkam der Drogenhölle Manhattan
durch eine Flucht nach London. Nach einer erfolgreichen Entziehungskur
erschien 1970 das brillante Album Sweet Baby James – produziert
von Peter Asher (Peter & Gordon) – mit der Anti-Drogen-Hymne
Fire and Rain. Das melancholische Werk spiegelte exakt den Gemütszustand
und die psychischen Probleme der Woodstock-Generation
wider: Freiheit, Frieden, sexuelle Offenheit, aber auch Unsicherheit,
Willensschwäche und Flirt mit dem Suizid.
Popularität und Rampenlicht setzten Taylor dennoch phasenweise
außerordentlich zu. Er trat nur sporadisch auf, zog sich ins Privatleben
zurück, heiratete die populäre Interpretin Carly Simon, eine Ehe,
die wenig später scheiterte. Dennoch erreichten die in Abständen
erscheinenden Taylor – Alben alle Platin- und Goldstatus, ein Beweis
seiner ungebrochenen Popularität. Mit That’s Why I’m Here (1985),
Never Die Young (1988) und Hourglass (1997) kehrte er zu seinen
Folk- und Country-Wurzeln zurück. Der Erfolg und die Zuneigung
seiner Fans haben James Taylor stets begleitet. Er gilt als Ikone des
US-Folkrock.