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Sie sind die neben Bad Religion und NoFX die altgedientesten und erfolgreichsten Punkrocker: Seit ihrer Gründung 1984 arbeiten The Offspring unermüdlich an ihrem Status als Ikonen des Skater- und Surfer-Sounds, den die Fachwelt ‚Fun-Punk’ nennt. Denn im Gegensatz zu den meisten Epigonen der Punkrock-Bewegung haben The Offspring mit ihrer Musik den Spaß an der Sache und die Lust auf schmissige Ohrwürmer vor die im Punk sonst weit verbreitete politische Attitüde gestellt. Damit waren sie Vorbild für ganze Generationen von Bands wie Green Day, Blink 182 oder Good Charlotte, die mit dem Rezept, druckvolle Punk-Kracher mit knackigen Melodien und großem Wortwitz zu verbinden, in den letzten zwei Jahrzehnten die Charts eroberten. Im Rahmen der Veröffentlichung ihres achten, im Juni erschienenen Studioalbums „Rise And Fall, Rage And Grace“ werden The Offspring im August und September in Wiesbaden und München gastieren.
Alles begann nach einem Konzert von Social Distortion, den Urvätern des Punkrock, das Sänger und Gitarrist Dexter Holland und Bassist Greg Kriesel 1984 besuchten. Die ursprüngliche Wut dieser Musik gefiel ihnen derart gut, dass sie etwas Ähnliches machen wollten. Dazu holten sie sich Drummer Ron Welty – der mittlerweile durch Pete Parada ersetzt wurde – sowie den Gitarristen Kevin ‚Noodles’ Wasserman ins Boot. Letzteren, so erzählen sie, nicht aufgrund seines Talents – genau genommen konnte er fast nichts auf der Gitarre – sondern weil er volljährig war und sie legal mit Bier versorgen konnte. Nach zwei Jahren unter dem Namen Manic Subsidal erfolgte die Umbenennung in The Offspring. Kurz darauf erschienen die ersten beiden selbstproduzierten und im Eigenvertrieb heraus gebrachten Singles. Ein Jahr später veröffentlichten sie ihr Debütalbum „The Offspring“ bei einem kleinen Independent-Label.
Bad Religion-Vordenker und Epitaph-Labelchef Brett Gurewitz wurde auf das Quartett aufmerksam und nahm es unter Vertrag. Nach einem weiteren Album gelang The Offspring im Zuge der großen Fun-Punk-Bewegung der frühen 90er mit ihrem dritten Werk „Smash“ der internationale Durchbruch. Mit über elf Millionen verkauften Einheiten hält „Smash“ bis heute den Rekord als erfolgreichstes Album eines Indie-Labels aller Zeiten. Seitdem zählen The Offspring zu den Garanten für frische, unkomplizierte und mitreißende Punkrock-Musik. Den Erfolg von „Smash“ konnten sie seither mehrmals wiederholen: Fast alle nachfolgenden Longplayer stürmten in vielen Ländern in die Top 10 der Charts, darunter in Deutschland, der Schweiz, Österreich und natürlich in den USA.
So unpolitisch sich The Offspring in ihrer Musik geben, so offensiv und zugleich humorvoll agieren sie im Bereich politischer Aktionen abseits der Musik. Sie gehören u.a. zu den Pionieren der Kritiker gegen kostenlose Musik-Downloads im Netz. Als sich Ende der 90er die erste Download-Plattform Napster im Netz etablierte und sich dort Wochen vor der eigentlichen Veröffentlichung ihre Single „Pretty Fly“ fand, ließen The Offspring Zehntausende von T-Shirts mit dem Napster-Logo drucken und erklärten, man wolle „das Logo doch nur mit seinen Fans teilen“. Damit schlugen sie Napster-Gründer Shawn Fanning so medienträchtig wie erfolgreich mit seinen eigenen Waffen. Auch auf ihrem aktuellen „Rise And Fall, Rage And Grace“, das sie von einer gewohnt angriffslustigen und druckvollen Seite zeigt, finden sich wieder kleine politische Seitenhiebe. Doch im Zentrum stehen einmal mehr Fun, Punk und die sofort zündenden Smashhits altersloser Helden, wie nur The Offspring sie schreiben können.