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Der Tiger ist sein Markenzeichen. Seine soulige Stimme, die nach Belieben kräftig oder schmuseweich ihre Wirkung entfaltet, der absolute Erfolgsgarant. Gepaart mit Sexappeal und einem Schuss Ironie sind das die Grundlagen für die seit nunmehr viereinhalb Jahrzehnten andauernde, erstaunliche Karriere von Tom Jones. Der Sohn eines Bergarbeiters aus dem walisischen Pontybridd fightete sich vom Hilfsarbeiter und Staubsaugervertreter zur Ikone einer Epoche des Showgeschäfts empor. Überschäumende Bühnenpräsenz und zahlreiche Hits, die seine enorme Variabilität unterstreichen, machten ihn international zu einem der gefragtesten Live-Interpreten. In Deutschland und Österreich ist Tom Jones, der die Lücke zwischen Beatlesmania und Croonern a la Sinatra schloss (FAZ), im Oktober auf Tour. Düsseldorf, Wien, Frankfurt und Hamburg sind die Stationen.
Mehr als 100 Millionen Tonträger demonstrieren die Ausnahmestellung von Tom Jones, der seine Hemden stets einen Knopf zu weit öffnete, um sein üppiges Brusthaar zur Schau zu stellen. Hits wie „It’s Not Usual“, „Thunderball“ für den gleichnamigen James Bond-Blockbuster, „Delilah“, „What’s New Pussycat?“, „She’s A Lady’s“, „Help Yourself” oder „Green Green Grass Home, Love Me” zeigen eine ungewöhnliche Bandbreite. Ende der 90er überraschte Tom Jones neue und alte Anhänger erneut mit dem in coolen Retro-Sound getauchten Prince-Klassiker „Kiss“ und der für ihn maßgeschneiderten Hymne „Sexbomb“. Da wurden Erinnerung an die Zukunft wach, als der Entertainer mit der ernormen männlichen Ausstrahlung von seinen weiblichen Fans mit Slips, BHs sowie Hotelzimmerschlüsseln bombardiert wurde und ihnen aus Champagner gefüllten High Heels zuprostete.
Die Ironie des Schicksals will es, dass Tom Jones seit mehr als 50 Jahren mit seiner Schulfreundin Melinda Trenchard verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn hat. Vielleicht liegt das Geheimnis des aus kleinen Verhältnissen stammenden Walisers gerade in der Verbindung aus Schein und Show, Genie und Bodenständigkeit. Seinen Adelsschlag erhielt er 2006, als ihn die Queen zum Ritter des Empire kürte.
Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte Sir Tom in seiner Kindheit im Kirchenchor der Provinz. Unter dem Pseudonym Tommy Scott machte er als Jugendlicher mit seiner Band, den „Senators“, einen Namen. 1964 trifft er in London den erfolgsverwöhnten Manager Gordon Mills, der ihm nicht nur seinen, der Novelle von Henry Fielding entliehenen, endgültigen Künstlernamen gibt, sondern auch Songs besorgt, die ihm wie auf dem Leib geschrieben sind. Tom Jones steigt zu einem der erfolgreichsten Solokünstler Englands auf und erobert auch Amerika, wo er eine zweite Heimat gefunden hat.