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Amanda Palmer zählt zu den aufregendsten interdisziplinären Künstlerinnen der Musikszene. Ihr Schaffen bewegt sich zwischen Theater, Cabaret, Mode, Indie-Musik, Lyrik, Fotografie und Performing Arts. Dabei liegt der Fokus der 35-jährigen Grenzgängerin stets auf neuen Verschmelzungen der unterschiedlichen Kunstformen. Mit jeder Arbeit stellt sie ihren bezugreichen Kosmos in neue Zusammenhänge und kollaboriert mit anderen Künstlern, um frische Facetten herauszuarbeiten. Im September 2012 erschien ihr mit dem Grand Theft Orchstra eingespieltes Album „Theatre Is Evil“ und eroberte ohne Umschweife die Top 10 der Billboard Charts. Ursprünglich plante Palmer eine ausgedehnte Deutschland-Tournee im März, die sie aus persönlichen Gründen verschieben musste. Nun stehen die neuen Termine fest: Zwischen dem 29. Oktober und 12. November kommt Amanda Palmer mit Orchester nach Hamburg, Köln, Berlin und München.

Mit zehn komponierte Amanda Palmer ihr erstes Musical. Während der Schulzeit wirkte sie bereits in zahlreichen Theatergruppen mit und führte bei Straßentheater-Performances Regie. Ihr Studium finanzierte sie sich als „lebende Statue“ in Einkaufsstraßen in England, Australien und den USA. Fast jeder Song, den sie in dieser Zeit schrieb, stand in unmittelbarem Kontext zum Theater oder den darstellenden Künsten. Schon früh zeichnete sich also ab, dass Amanda Palmer eine ganz besondere Künstlerin ist.

Im Jahr 2000 traf die vielschichtige Persönlichkeit, die unter anderem den Titel als „stylishste Person Bostons“ verliehen bekam, auf den Schlagzeuger Brian Viglione, mit dem sie das Duo The Dresden Dolls gründete. Gemeinsam nahmen sie die drei weltweit erfolgreichen Alben „The Dresden Dolls“ (2002), „Yes, Virginia…“ (2006) und „No, Virginia…“ (2008) auf, begleitet von zwei von Palmer verfassten Büchern, in denen sie die jeweiligen Welten, Texte und Deutungen erläutert. Auf Tournee wurden die Dresden Dolls häufig von Theatergruppen und Aktionskünstlern begleitet, um dem Publikum die Möglichkeit zu eröffnen, ein Ereignis auf verschiedenen parallelen Ebenen zu erleben.

Neben einem weiteren Duo, dem reinen Kunst-Projekt Evelyn Evelyn um ein fiktives siamesisches Zwillingspärchen, das sie gemeinsam mit dem Folk-Multiinstrumentalisten Jason Webley betreibt, agiert Amanda Palmer seit 2009 vorzugsweise solo. Sie spielte die Hauptrolle des Conferenciers in einer Bostoner Produktion des Stückes „Cabaret“ und führte Regie bei mehreren Theaterproduktionen, darunter „The Onion Cellar“, eine Kurzgeschichte aus der „Blechtrommel“ von Günter Grass.

Aber auch als Musikerin entwickelt sie sich stetig weiter. Nach ihrem international von der Presse gefeierten Solo-Debüt „Who Killed Amanda Palmer“, das erneut von einem Bild- und Lyrik-Band begleitet wurde, wandte sie sich vorübergehend der Ukulele als Hauptinstrument zu und veröffentlichte die EP „Amanda Palmer Performs The Popular Hits Of Radiohead On Her Magical Ukulele“. Zuletzt erschien ausschließlich digital die Zusammenstellung aktueller Live- und Studio-Aufnahmen „Amanda Palmer Goes Down Under“.

Im September reüssierte Palmer mit „Theatre Is Evil“, das sie gemeinsam mit dem dreiköpfigen Grand Theft Orchestra in Australien aufnahm. Das Album stürmte in den USA sofort die Hitlisten: Platz 10 der Billboard, Platz 3 der Alternative- und Platz 2 der Independent Charts. Es stellte einen neuen Ansatz für die vielseitige Interpretin dar, die sich mit diesem Werk der Welt orchestraler Arrangements öffnete.

Zudem zeigte es die Möglichkeiten neuer Vertriebswege auf: Amanda Palmer, die seit ihrem letzten Album ohne festen Plattenvertrag ist, generierte sämtliche Kosten für „Theatre Is Evil“ über das soziale Netzwerk kickstarter.com, über das Künstler Spenden für ihre Arbeit sammeln können. Bereits Ende Mai hatte sie ihr Traumziel von einer Million Dollar erreicht, am Ende spendeten rund 25.000 Anhänger annähernd 1,2 Millionen Dollar. Mit diesem Überschuss unterstützt Amanda Palmer nun den Nachwuchs: Sie rief weltweit junge Musiker dazu auf, sich bei ihr vorzustellen, um auf ihren Tourneen vor Ort live zusammenzuarbeiten.

Begleitet wird das Album neben einem umfangreichen Kunstband, in dem mehr als 30 Maler über 70 Motive in Anlehnung an ihre Songs präsentieren, auch von einer aufregenden Smartphone-App, die Amanda Palmers Community rund um den Globus miteinander vernetzt, stetig über neue Ereignisse informiert und viele exklusive Features bereithält.