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Die Schwedin Anna Ternheim ist eine ganz besondere Musikerin: Mit ihren hochpersönlichen Songs erlaubt sie einen tiefen Einblick in ihre introspektiven Gedanken und formuliert eine dunkle Schönheit, die unmittelbar berührt. Seit ihrem 2004 veröffentlichten Debütalbum „Somebody Outside“ wird die Sängerin und Gitarristin in ihrer Heimat Schweden, mit stetig wachsender Begeisterung aber auch in Westeuropa und den USA für ihre Musik gewordene Innenbetrachtung geschätzt. Die 37-Jährige, die zu ihren großen Einflüssen Künstler wie Bob Dylan, Leonard Cohen und Tom Waits zählt, blickt in Schweden auf einen konstant großen Erfolg: Auch ihr aktuelles, in Deutschland am 29. Januar erscheinendes fünftes Album „For The Young“ stieg dort wie alle Vorgänger unmittelbar in die Top 5 der Albumcharts. Mit diesem Album geht Anna Ternheim im kommenden Jahr auf Tournee, zwischen dem 5. und 11. April macht sie auch für vier Konzerte in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln in Deutschland Halt.

Anna Ternheim spielt Gitarre und schreibt Songs, seitdem sie zehn Jahre alt ist. Und doch ließ sie sich Zeit mit der Entwicklung einer signifikanten künstlerischen Persönlichkeit. Im Alter von 18 verbrachte sie ein Jahr in Atlanta/Georgia und unternahm dort erste musikalische Gehversuche mit ihrer Band Sova. Doch es sollte noch acht weitere Jahre dauern, bis sich die nachdenkliche, stets von einem leichten Hauch der Melancholie umwehte Frau tatsächlich als Musikerin verstand. Statt sich auf die Musik zu konzentrieren, reiste sie zunächst um die Welt und studierte Französisch in Lausanne.

Zurück in Schweden, nahm die Songwriterin 2004 ihr Debütalbum „Somebody Outside“ auf. Das Album stieg, begleitet von den drei in Schweden höchst erfolgreichen Singles „To Be Gone“, „My Secret“ und „Shoreline“, direkt bis auf Platz 3 der schwedischen Albumcharts. Bei den schwedischen Grammy Awards – dem skandinavischen Äquivalent des US-amerikanischen Grammy – war sie im darauf folgenden Jahr in gleich vier Kategorien nominiert und gewann den Preis als „Beste Newcomerin“. Ein Erfolg, den sie 2006 mit ihrem zweiten Album „Separation Road“ unmittelbar wiederholen konnte: Erneut erhielt sie vier Nominierungen, diesmal gewann sie in den Kategorien „Best Female Artist“ und „Best Lyricist“.

Gerade diese letzte Nominierung dürfte für die nachdenkliche Schönheit einen besonderen Wert besitzen, denn Anna Ternheim agiert in ihren lyrischen Gedanken stets überaus offenherzig und authentisch. Sie schulde dies der Kunst, sagt sie, und sie könne gar nicht anders, als in ihren Texten ungeschönte Ehrlichkeit zu formulieren. Von dieser Aufrichtigkeit getrieben war auch ihr 2008 veröffentlichtes Album „Leaving On A Mayday“, das sie vollkommen alleine mit einem Produzenten aufnahm. Auch für dieses Album erhielt sie wieder zwei schwedische Grammy Awards – eine Anerkennung, die sich auch in ihrem Ansatz widerspiegelt: „Es ist das Songwriting, was bei mir im Zentrum steht. Das ist es auch, weswegen ich die ganze Sache überhaupt angefangen habe.“

Nach dem ebenfalls sehr erfolgreichen vierten Werk „The Night Visitor“, das ihr erstmals auch in Deutschland Charts-Notierungen bescherte, ging Anna Ternheim auf Reisen: Sie hatte das Gefühl, nach diesen vier Alben zunächst alles über sich erzählt zu haben. Das neue Album „For The Young“ ist damit das Ergebnis längerer Aufenthalte in New York und Buenos Aires sowie einer Rückkehr nach Stockholm, wo sie mit ihren Wurzeln und ihrem jungen Ich in Kontakt trat. Über das Album sagt sie: „Es ist eine dunkle, wundervolle, gewundene Ansammlung von Liedern über Liebe und Verlust. Über die Notwendigkeit ungeachtet des Schmerzes weiterzumachen und über die Belohnung, die einen auf der anderen Seite erwartet.”