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Die US-amerikanische Sängerin, Gitarristin, Polit-Aktivistin und Songwriterin Bonnie Raitt befindet sich nach mehr als vier Jahrzenten im Musikbusiness aktuell auf einem weiteren Höhepunkt ihrer Karriere. Die ‚Grande Dame’ des US-Folk, die alle Höhen und Tiefen einer internationalen Musiker-Laufbahn durchlebt hat, reüssierte 2012 mit ihrem aktuellen Werk „Slipstream“, ihrem ersten Studioalbum mit Neu-Kompositionen seit dem weltweit gefeierten „Souls Alike“ von 2005. Das mit neun Grammys ausgezeichnete Mitglied der ‚Rock’n’Roll Hall of Fame’ sowie der ‚Blues Hall of Fame’ und höchst respektierte Aushängeschild zahlreicher internationaler Hilfs- und Polit-Organisationen begibt sich mit „Slipstream“ erstmals seit vielen Jahren wieder auf Welttournee und unternimmt bei ihren Konzerten einen aufregenden Streifzug durch seine 40-jährige Karriere. Zwischen dem 29. Juni und 3. Juli gastiert das Idol aller Bottleneck-Gitarristen für drei Deutschland-Konzerte in Hamburg, Berlin und München.

Als die im Staat New York aufgewachsene Studentin der Sozialwissenschaft und Afrikanistik Ende der 60er begann, allein mit ihrer Gitarre in Clubs rund um Boston und Cambridge aufzutreten, offenbarte sich ihr außergewöhnliches musikalisches Talent. Die Tochter einer Pianistin und des Broadway-Stars John Raitt passte mit ihren politisch motivierten Songs hervorragend in die Protest-Folk-Szene der damaligen Zeit. Und doch galt es als ungewöhnlich, dass eine Frau ihr soziales Gewissen und politisches Engagement mit virtuosen Fähigkeiten an der Bottleneck- und Slide-Gitarre kombinierte.

Entsprechend blieb die 1949 geborene Künstlerin im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere ein Geheimtipp innerhalb der Blues- und Folk-Szene. Ihre ersten fünf Alben, die sie in den 70ern aufnahm, erhielten durchweg überragende Kritiken, der breite kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus. Stattdessen schloss sich Bonnie Raitt einer eng verschworenen Blues-Szene an, der auch Kollegen wie Warren Zevon, Steve Ripley und Little Feat angehörten – Musiker, die sie bis heute als ihre Mentoren bezeichnet.

In dieser Zeit lernte Bonnie Raitt nicht nur viel über Musik, sondern ebenso über den Rock’n’Roll-Lifestyle. Einige Jahre lang verlor sie sich in diesem Lebensstil und damit einhergehend sogar vorübergehend ihren Plattenvertrag. Doch bereits Mitte der 80er hatte sie sich wieder gefangen und konzentrierte sich erneut ganz auf die Musik.

Sie schlug, meist in Kollaboration mit wichtigen Produzenten dieser Zeit wie Don Was oder Tchad Blake, eine zugänglichere Richtung ein, verband die Werte des traditionellen Blues und Folk mit Pop-Elementen – und fand endlich ihren Markt. Von den beiden Alben „Nick Of Time“ (1989) und „Luck Of The Draw“ (1991) konnte Raitt bis zum heutigen Tage mehr als 13 Millionen Exemplare allein in den USA absetzen. Überdies erhielt sie rund um diese Veröffentlichungen sieben Grammys und wurde in die ‚Rock’n’Roll Hall of Fame’ aufgenommen.

Seither blickt Bonnie Raitt auf eine kontinuierliche Weltkarriere, die die engagierte Tierschützerin und Atomgegnerin in vielerlei Hinsicht auch politisch nutzt. Sie arbeitet mit zahlreichen NGOs zusammen, veranstaltet immer wieder Konzerte und Festivals mit aufregenden Kollegen im Geiste eines guten Zwecks. Mit der aktuellen Tournee kehrt die Vollblut-Musikerin, die der ‚Rolling Stone’ auf Platz 50 der „größten Sängerinnen aller Zeiten“ und zugleich auf Platz 89 der „wichtigsten Gitarristen aller Zeiten“ wählte, zu ihren eigenen Wurzeln und ihrem umfangreichen Repertoire zurück.