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Mit einem neu formierten Quintett meldet sich Chris Rea nach kurzem Abschied wieder auf den Live-Bühnen zurück. Seine Fabulous Hofner Blue Notes präsentieren in zweistündigen Konzerten eine Mischung aus bluesorientierten Instrumentals und neueren Songs sowie natürlich den absoluten Chris Rea-Klassikern. Vom 7. bis 15. Februar tritt der geniale Gitarrist mit der rauchigen Stimme in München, Dresden, Hamburg, Leipzig, Frankfurt, Dortmund und Berlin auf. Weltweit hat Chris Rea mehr als 30 Millionen CDs verkauft.

Die Folgen einer schweren Erkrankung hatten dem stets zurückhaltenden, bescheidenen Interpreten einen anderen Lebensstil auferlegt, der nicht mit dem üblichen Tourgeschäft in Einklang zu bringen war. Dennoch wollte und konnte er offenbar nicht ganz auf das Live-Gefühl verzichten. Die Fabulous Hofner Blue Notes kommen diesem Bedürfnis entgegen. Gemeinsam mit Robert Ahwai an der Gitarre, Neil Drinkwater am Keyboard, Colin Hodgkinson am Bass und Martin Ditcham an den Drums verleiht Chris Rea seinen Songs einen bluesigen Hauch der Sechziger, der auch eine kleine Hommage an sein Idol BB King darstellt. „Es ist die Musik, die ich schon immer spielen wollte, richtige Gitarrenmusik“, erklärt er zur neuen Formation und dem Album, das im Dezember erscheinen soll.

„Ich liebe es, auf Tour zu sein. Es ist der beste Job der Welt, wenn ich einen anderen Körper hätte“, erklärte Chris Rea in einer Stellungnahme. „Mein Gesundheitszustand kann sich jedoch jederzeit verschlechtern und deshalb musste ich einfach eine andere Arbeitsweise finden.“

Zum Vermächtnis des Künstlers, der als Rock-Romantiker und instrumentaler Virtuose gerühmt wird, zählt die Veröffentlichung des elf CDs umfassenden, einzigartigen „Blue Guitars“-Projektes. Dieser Meilenstein in der modernen Musikgeschichte beinhaltet 130 Songs, eine DVD und ein Buch mit Gemälden von Chris Rea sowie Fotos und persönliche Aufzeichnungen. Die Malerei hatte eine wichtige Rolle in der Zeit nach seiner Erkrankung gespielt.

Zwischen Pop-, Latin- und Softrock sowie den immer deutlicher hervortretenden Blueswurzeln fächerte sich die besondere Bandbreite von Chris Rea auf. Der Meister sparsamer Gesten und weniger Worte überzeugte jenseits von Mainstream und modischen Trends mit seinem sehr persönlichen Stil. Der „wunderbare Songschreiber und begabte Bluessänger“ (FAZ) aus der englischen Industriestadt Middlesborough traf in Deutschland schon immer auf besondere Resonanz. Hier wurden Kritiker und Fans bereits zu Beginn der Achtziger auf ihn aufmerksam, bevor er internationale Akzeptanz mit Produktionen wie „Shamrock Diaries“, „Dancing with Strangers“ und dem überragenden „Road to Hell“ erlangte. Mit „King of the Beach“ knüpfte Chris Rea an den verfeinert-eleganten Rockstil an, der auch „Auberge“, „God’s Great Banana Skin“ und „Espresso Logic“ auszeichnete. Die letzten beiden CDs „Stony Road“ und „The Blue Jukebox“ offenbarten dann einen Wendepunkt in der Karriere.

„Als Sternstunde des Bluesrock“ wurde die besondere Live-Qualität des sympathischen Künstlers von den Medien gewürdigt. So zurückhaltend er auf der Bühne wirkt, so perfekt beherrscht er sein Instrument und seine markante Stimme. Chris Rea legte nie Wert auf Show, Sprüche oder Effekte. Aber er schätzt Live-Auftritte besonders, weil er hier die Publikumsresonanz direkt spüren kann.

Der begnadete Slide-Gitarrist schöpfte seine Kraft und Inspiration stets aus dem Privaten. Der Sohn eines Iren und einer Italienerin kam immer ohne Skandale aus, pflegte ein harmonisches Familienleben. Dabei offenbarte sich ein Musiker, der den Unterschied zwischen oberflächlichem Ruhm und nachhaltigem Eindruck, zwischen gesichtslosen Fließbandproduktionen und persönlicher Aussage erkannte.