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Ihr Name Enter Shikari hat mehrere Bedeutungen. Zum einen hieß das Boot, mit dem sie über die Gewässer in ihrer Heimatstadt St. Albans in der britischen Grafschaft Hertfortshire schipperten, Shikari. Zum anderen bezeichnet der Begriff in Persisch, Hindi, Nepalesisch und Urdu einen Jäger. Und Jäger sind sie alle vier: Jäger eines neuen musikalischen Schatzes, den die Szene ‚Trancecore’ taufte, eine Mischung aus wütend-getriebenem Post-Hardcore und raumgreifender Trancemusik – eine Verbindung, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Nachdem Enter Shikari ihre deutschen Fans erstmals im letzten Sommer im Vorprogramm von Linkin Park begeisterten und im April für eine Stippvisite nach Deutschland kamen, gibt es Anfang 2010 die konzertante Vollbedienung. Mit ihrem aktuellen Werk „Common Dreads“ und der international erfolgreichen Single „We Can Breathe In Space, They Just Don’t Want Us To Escape“ spielt die ausgezeichnete Band zwischen dem 13. Und 26. Januar sechs Konzerte in Hamburg, Berlin, München, Dresden, Köln und Mannheim.

Enter Shikari sind ein hervorragendes Beispiel für die neuen Wege von Popularität und Erfolg, die sich im Zeitalter des Internet eröffnet haben. Denn obwohl ihre Musik höchst eigenwillig und speziell ist, fand sie ihre Anhänger in großer Anzahl – allerdings zunächst über das Internet und erst später über die klassischen Vertriebswege einer Plattenfirma und eines dazu gehörigen Albums. Schon lange bevor Rou (Vocals, Electronics), Chris (Bass, Vocals), Rory (Gitarre, Backing Vocals) und Rob (Drums), die im Kontext der Band gern auf ihre Nachnamen verzichten, einen Tonträger veröffentlicht hatten, waren sie ein Geheimtipp unter den Nutzern der Online-Musikplattform MySpace. Bis heute gehören sie zu den populärsten Künstlern dieses internationalen Online-Netzwerks.

So war es denn auch das ‚MySpace Newcomer Festival’ im Sommer 2006, das ihnen zu größerer Popularität, der ersten Aufmerksamkeit arrivierter Medien wie dem britischen Metal-Meinungsführer ‚Kerrang!’ und in der Folge zu ihrem ersten Plattenvertrag verhalf. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehr als drei Millionen Nutzer den bandeigenen MySpace-Player angeklickt, um sich die außergewöhnliche Musik dieses Quartetts anzuhören. Jene besteht zu gleichen Teilen aus transzendentalen, episch-elektronischen Flächen, die den Hörer besänftigen, andererseits aus der wütenden, eruptiven Urgewalt eines Noise infizierten Post-Hardcore. Gegensätze, die sich anziehen. Musik, die den Hörer auf eine schillernde Reise durch Zeit und Raum schickt.

So stieg sowohl ihre im März 2007 veröffentlichte Single „Anything Can Happen In The Next Half Hour“ als auch das zeitgleich erschienene Debütalbum „Take To The Skies“ in die Trendcharts mit sehr bemerkenswerten Verkaufszahlen – trotz der Eigenwilligkeit ihrer Musik. Auch der im Juni veröffentlichte Longplayer „Common Dreads“ sowie die daraus ausgekoppelte Single „We Can Breathe In Space, They Just Don’t Want Us To Escape“ zeugt von ihrer künstlerischen Brillanz und einem Hitpotenzial, das in herrlichem Kontrast zur Komplexität ihrer Musik steht. Top 20-Platzierungen für Single und Album in England und zahlreiche weitere Chart-Einstiege sind Beleg hierfür. Lasst Euch mitreißen von Enter Shikaris ‚Trancecore’!