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Escape The Fate gehen ihren Weg – unbeirrt, unbeeindruckt, voller Kraft. Und dies, obwohl es das Schicksal nicht immer gut mit dem Quartett aus Las Vegas/Nevada meint. Persönliche Probleme, innere Zerwürfnisse, Gerichtsverfahren: Was auch immer der Band widerfährt – es scheint sie auf der künstlerischen Ebene nur stärker zu machen. Nach bemerkenswerten Erfolgen mit ihrem zweiten Longplayer „This War Is Ours“ und einer geradezu endlosen USA-Tournee, in deren Rahmen sie aktuell auch an der „VANS Warped Tour“ teilnehmen, werden Escape The Fate Ende des Jahres für vier Konzerte nach Deutschland kommen. Die Termine sind: Hamburg (8.12.), Berlin (9.12.), Köln (10.12.) und Münster (11.12.).

Alles begann im Jahr 2004 mit Sänger Ronnie Radke, ein intensiver Mensch, der im Rahmen seiner künstlerischen Arbeit einen Ausdruck fand, sich seiner Dämonen zu entledigen. Über das Online-Netzwerk MySpace suchte er sich geeignete Mitstreiter – und fand sie in Gitarrist Omar Espinosa, Bassist Max Green und Drummer Robert Ortiz. Schnell entwickelten die jungen Fans harter Musik einen eigenen Stil: Kraftvoll und virtuos, bedienten sich Escape The Fate an den Wurzeln des Hardcore, verwoben ihn mit Metalcore- und Screamo-Zitaten und schufen so eine ganz eigene Form von Post-Hardcore, die ebenso viel Wert auf Musikalität wie auf Druck und Dynamik legt.

Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Bei einem Talentwettbewerb, bei dem die Band My Chemical Romance nach einem Support für ihre nächste USA-Tour suchte, gewannen Escape The Fate mit großem Vorsprung. Kaum dass die Tour begonnen hatte, bot ihnen das altehrwürdige Punk- und Hardcore-Label ‚Epitaph’ einen Vertrag an. Im Mai 2006 veröffentlichte die Band zunächst die EP „There’s No Sympathy For The Dead“, im September folgte der erste Longplayer „Dying Is Your Latest Fashion“. Escape The Fate schienen eine rosige Zukunft zu haben.

Exakt zu dieser Zeit geriet Ronnie Radke mit dem Gesetz in Konflikt – ihm wurde Beihilfe zu einem Mord unterstellt. Um die Band und ihre Geschicke nicht zu gefährden, stieg Ronnie Radke vorübergehend aus. Ihm folgte Omar Espinosa, ein Freund Radkes, der ohne ihn nicht in der Band bleiben wollte. Derart gebeutelt vom Schicksal, besann sich der Rest der Band auf seine Stärken: Zunächst rekrutierten sie Bryan ‚Monte’ Money für die Gitarre und Max Green für den Gesang – und spielten in dieser Besetzung nicht nur unzählige Shows, sondern gleich noch ein weiteres Album ein. Das programmatisch betitelte „This War Is Ours“ erschien im Oktober 2008 – und wird seitdem als Gratmesser für die Intensität von Post-Hardcore heran gezogen. Denn all ihre Wut und Unzufriedenheit über den Verlauf des Schicksals packten sie in diese Songs. Insofern ist ihr Hardcore kein adaptierter oder nachempfundener, sondern geboren aus dem schicksalhaften Unglück, das dieser Band widerfuhr.

Aktuell sitzt Ronnie Radke, der für schuldig befunden wurde, im Gefängnis, wird aber sowohl von den Fans als auch von den Band-Mitgliedern weiterhin als ‚stilles’ Mitglied geführt. Bis zu seiner Freilassung werden Escape The Fate als Quartett um die Welt touren; danach dürfte die Band mit ihren zwei Sängern erneut ein ungeahntes Level an Intensität erreichen.