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Im 21. Jahrhundert kennt Rockmusik keine Stile, Grenzen oder klaren Kategorisierungen mehr. Gemischt wird, was gefällt und Raum für Neues bietet. Die Foals aus dem englischen Oxford sind der beste Beleg hierfür. Bei ihnen bilden unterschiedliche Genres und Sound-Entwürfe ein raumgreifendes musikalisches Gesamtbild – überraschend, fordernd, unvorhersehbar. Ihr Debüt „Antidotes“ stieg direkt nach Veröffentlichung auf Platz 3 der britischen Albumcharts, der Nachfolger „Total Life Forever“ folgte ebenfalls in die UK-Top 10. Bevor die Foals im Dezember im Vorprogramm der Red Hot Chili Peppers zu einer Europa-Tournee aufbrechen, bieten sie ihren deutschen Fans einen besonderen Leckerbissen: Am 3. Dezember spielen sie in intimem Rahmen eine Warm-Up-Show im Berliner Heimathafen.

Die Foals gehören zu einer neuen Generation mutiger junger Bands. Vollkommen natürlich vermengen sie früher unvereinbar scheinende Stile wie Punk, Post-Rock und elektronische Musik. Sie wissen: Unkonventionelle Musik versteht man als Hörer umso besser, wenn man dazu tanzen kann. Die Basis ihrer wilden Klangabfahrten steht auf zwei Säulen: mit Breaks, Pausen und Tempowechseln spielendem Math Rock und authentisch geradem, cluborientiertem Electro-Sound. In diesem Spannungsfeld verankern sie Songs, die in ihrer eleganten kompositorischen Griffigkeit unmittelbar ins Ohr gehen.

Die fünf ehemaligen Studenten fanden sich 2006 als Foals zusammen: Yannis Philippakis (Gesang, Gitarre), Jimmy Smith (Gitarre), Edwin Congreave (Keyboards), Walter Gervers (Bass) und Jack Bevan (Drums). Yannis und Edwin, Freunde seit Kindertagen, hatten zuvor gemeinsam in der Math-Rock-Band The Edmund Fitzgerald gespielt. Die Gründung der Foals war für vier von ihnen ein willkommener Anlass, das Studium abzubrechen und sich ganz der Ausformulierung ihrer Idee von Rockmusik zu widmen.

Anfang 2007 gingen sie ins Studio, um das Debütalbum „Antidotes“ einzuspielen, das bei Veröffentlichung im April 2008 über Nacht Tausende von Fans fand. Ihr Sound traf den Nerv einer erlebnishungrigen, experimentierfreudigen Generation und bewies, dass man auch mit höchst eigenwilliger Musik großen Erfolg haben kann. Der im Mai 2010 erschienene Nachfolger „Total Life Forever“ gestaltete ihren einzigartigen Ansatz weiter aus und gilt als eines der aufregendsten Alben des vergangenen Jahres. Top-10-Platzierungen in England, Top-40-Platzierungen in zahlreichen europäischen Ländern und in den US-Heatseakers-Charts bestätigten diesen Eindruck. Ende 2010 wurde das Werk, das nach eigener Aussage klingt „wie der Traum eines sterbenden Adlers“, für einen Mercury Prize nominiert.

Seit dem Sommer arbeiten die Foals an ihrem dritten Album, das weitere Besonderheiten erwarten lässt. So produzierten sie erste Demos in der freien Natur in Australien, um auf diese Weise mit einem vollkommen neuen Klangbild zu experimentieren und eine innovative Rock-Ästhetik zu kreieren. Entsprechend darf man bei ihrer exklusiven Berlin-Show auch auf erste Eindrücke des kommenden Longplayer hoffen.