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Das New Yorker Kollektiv Here We Go Magic fordert mit seiner Musik die Aufmerksamkeit des Zuhörers. Unter der Regie des zuvor schon solo erfolgreichen Musikers Luke Temple kreiert das Quintett psychedelische Klangwelten zwischen Folk, Country, Rock und elektronischen Elementen. Anfang Mai erschien mit dem dritten Album, „A Different Ship“ ihr bislang vielschichtigstes Werk. Mit diesem im Gepäck kommen sie zwischen dem 11. und 14. November für drei Shows nach Deutschland. Neben ihren Konzerten in München (11.11.) und Köln (14.11.) spielen Here We Go Magic am 12. November auch in Berlin. Hierbei handelt es sich um den Nachholtermin für ihre ursprünglich für den 15. August angekündigte Show.

Bereits mit seinen Folk-orientierten Soloarbeiten konnte Luke Temple viele Hörer für sich begeistern. Sein unkonventioneller Ansatz an die Traditionen dieses Stils, die Verbindung von Nostalgie mit modernem Sound-Empfinden entzückte viele Kritiker und Fans akustischer Musik. 2000 veröffentlichte er die Platte „Here We Go Magic“, auf der er erstmals seine Folk-Ansätze mit LoFi-Elektronik und psychedelischen Klängen abrundete. Bei der Suche nach Musikern zur Live-Umsetzung des Albums stieß er auf Kristina Lieberson (Keyboards), Michael Bloch (Gitarre), Jennifer Turner (Bass) und Peter Hale (Drums). Während der ersten gemeinsamen Konzerte entdeckten sie, dass sie mehr waren als nur eine Live-Band. Here We Go Magic hatten sich gefunden.

Mit dem erstmals als vollwertige Band eingespielten, 2010 veröffentlichten Album „Pigeons“ wuchs der internationale Fankreis stetig. Das Kollektiv aus Brooklyn wurde weltweit auf Tourneen und Festivals eingeladen, unter anderem zum Glastonbury Festival. Dabei fanden sich vor der Bühne zwei ganz besondere Anhänger ein: Radiohead-Kopf Thom Yorke und Nigel Godrich, Produzent einiger Radiohead-Platten. Beide trafen Here We Go Magic nach der Show und Godrich eröffnete, dass er ihr kommendes Album zu produzieren gedenke.

Gesagt, getan – es fand zusammen, was zusammen gehörte. „A Different Ship“ ist das evaluierteste, aufregendste und vielschichtigste Werk der Band. Anders als bei den Vorgängern entstand die Musik diesmal nicht durch behutsames, kontinuierliches Aufeinanderschichten zahlloser Elemente, die sich umspielen, ergänzen und kontrastieren. Stattdessen hielt Godrich Here We Go Magic dazu an, ihre zwischen Post- und Krautrock, Psychedelic Rock und Folk changierenden Songs live einzuspielen. Auf diese Weise gewann ihr Sound gewaltig an Dynamik, Tiefe und Substanz.

Damit sind Here We Go Magic ihrem Live-Sound so nahe gekommen wie nie zuvor auf einer Studioaufnahme. Denn gerade ihre Konzerte gelten als Erweckungserlebnis der Spontaneität, bei denen ihnen die Lieder lediglich als Grundlage für zwar kontrollierte, aber ebenso offene, improvisatorische Abschweifungen und Ausdehnungen dienen. Jede Show ist einzigartig, niemals werden die Songs in einer identischen Version präsentiert. Gerade deshalb zählen die Auftritte von Here We Go Magic zu den derzeit spannendsten des gesamten Folk- und Rock-Sektors.

Nachdem Bassistin Jennifer Turner kürzlich ihren Ausstieg bekanntgab, mussten leider einige für August angekündigte Europa-Konzerte verschoben werden – darunter auch die für den 15. August vorgesehene Show in Berlin, die nun im Rahmen der November-Tournee nachgeholt wird.