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Aus dem Nichts tauchte der in London lebende Australier Josef Salvat in den vergangenen Monaten mit drei Songs im Internet auf, die sich über die sozialen Netzwerke wie ein Lauffeuer verbreiteten. Seine ersten Kompositionen, „This Life“, „Hustler“ und „Every Night“, erwiesen sich als atemberaubender Spagat zwischen nachtschwarz gefärbter Elektronik, großen Pop-Hymnen und einer textlichen Intimität, die ihresgleichen sucht. Der britische ‚Guardian‘ bezeichnete Salvatals „Gotye des kommenden Jahres“. Andere Medien beschrieben ihn als „Mischung aus Morrissey und Lana del Rey“. Tatsächlich dürfte 2015 das Durchbruchsjahr für Josef Salvat werden, beginnend mit der Veröffentlichung seines Debütalbums im Oktober, dem bereits der Song „Till I Found You“ per Verbreitung über die digitalen Medien vorausgegangen ist. Zwischen dem 26. und 30. Oktober kommt Josef Salvat anlässlich seiner ersten Deutschland-Toournee zu uns, mit Stationen in München, Frankfurt, Köln und Berlin.

Es existieren gute Gründe, warum der elegante, substanziell tiefschürfende Elektronik-Pop von Josef Salvat bereits mit den ersten Veröffentlichungen eine dermaßen intensive Eigenständigkeit aufweist. Er selbst beschreibt sich als „Zwitter zwischen Perfektionismus und Prokrastination“ – er feilt ebenso verbissen an jedem Detail seiner Musik, wie er den kreativen Dingen ihren natürlichen Lauf lassen kann. Bis zur Volljährigkeit wandte sich der Australier fast ausschließlich der klassischen Musik zu. Mit nur 18 Monaten nahm ihn seine recht exzentrische Mutter erstmals mit in das Sydney Opera House. In seiner Jugend drehte sich alles um Beethoven, Brahms und Mozart, bis er entdeckte, dass auch gute Popmusik häufig auf klassischen Themen und Melodiebögen basiert.

Als er begann, eigene Songs zu komponieren, wollte er sich auf künstlerischer Ebene mit den – größtenteils selbst erlebten – Verwerfungen zwischen Liebe, Lust und Erotik auseinandersetzen. Er strebte zunächst keine Karriere als Musiker an, sondern absolvierte sein Jura-Studium, das er in Australien begann und in Barcelona beendete. Seine Zeit in Spanien brachte die Wende, als er – erstmals auch finanziell auf sich allein gestellt – die Notwendigkeit des schlichten Überlebens in einer der teuersten Städte Europas erfuhr. Während seines letzten Studienjahrs entstand zudem ein Kontakt zu dem britischen Produzenten Rich Cooper (Razorlight, Mystery Jets), mit dem er gemeinsam seine ersten kompositorischen Skizzen zu den Songs formte, die kurz darauf über diverse soziale Netzwerke wie HypeMachine oder Planet Notion verbreitet wurden. Mittlerweile sind diese Stücke auch als EP mit dem Titel „In Your Prime“ erhältlich. Ergänzt um seine Coverversion des Rihanna-Hits „Diamonds“, der als Soundtrack zur TV-Kampagne der neuen Sony Bravia-Spots eingesetzt wird, prompt in die Top 20 der iTunes-Charts einstieg und mehr als 2,7 Millionen Mal über YouTube aufgerufen wurde.

Schon diese Songs lassen erahnen, welch textliche und musikalische Intensität von seinem Anfang 2015 erscheinenden Debütalbum zu erwarten ist. Josef Salvat erforscht in seinen hocheleganten Pop-Hymnen die Dysfunktionalität von Liebe und Partnerschaft in einer egozentrierten Moderne, in der es bei wiederholtem Scheitern stets nur Verlierer und keine Gewinner gibt. Zu einer dunkel gefärbten, mit elektronischen Versatzstücken spielenden Klangästhetik gesellen sich gefühlvolle Arrangements und eine zeitlos grandiose Crooner-Stimme, die direkt aus den 60ern zu kommen scheint, als Größen wie Frank Sinatra oder Mel Tormé ihre Songs zu großen Orchestern schmetterten. Salvathingegen braucht kein Orchester, um zu begeistern.

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