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In der postmodernen Welt neuer Vertriebswege von Musik genügt zuweilen ein einziger Song, um eine ganze Nation in eine vorsichtige Hysterie zu versetzen. So geschehen mit dem jungen Duo Kalin and Myles, die ihren ersten gemeinsam komponierten Song „More Than Friends“ an einem Tag aufnahmen, am zweiten ein Video dazu drehten und beides am dritten Tag über die sozialen Netzwerke verbreiteten. Keine vier Wochen später gehörten sie unter den jungen Rap- und R'n'B-Hörern der USA zu den meistdiskutierten neuen Künstlern. Nach den zwei höchst erfolgreichen EPs „Chase Dreams“ und „Dedication“, die die beiden im Verlauf des vergangenen Jahres sehr erfolgreich in den USA herausbrachten, wurde nun für den Winter die Veröffentlichung ihres Debütalbums angekündigt. Jenes erscheint in den USA am 20. November, der exakte deutsche Veröffentlichungstermin wurde noch nicht bekannt gegeben. Bis zu ihrer exklusiven ersten Deutschland-Show am 18. Januar in Köln dürfte die Platte aber sicher auch hierzulande im Handel sein.

Ohne Justin Bieber wäre aus dem 19-jährigen Kalin White und dem 21-jährigen Myles Parrish möglicherweise nie das spritzige Duo Kalin and Myles geworden. Die beiden Jungs stammen aus der Bay Area rund um San Francisco, wohnen aber relativ weit voneinander entfernt. Erstmals begegneten sie sich als junge Teenager auf einer Hausparty, man tauschte auch Telefonnummern, aber es kam zunächst zu keinem weiteren Kontakt. Jener entstand erst, als sie sich zufällig bei der Premiere des Films „Justin Bieber: Never Say Never“ im Kino wiedertrafen. Sie unterhielten sich über ihre musikalischen Projekte – Kalin lud damals bereits Coversongs auf YouTube hoch, Myles produzierte Beats und Instrumentals auf seinem Computer – und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen.

Wie eingangs erwähnt, genügte ein einziger Song mit einem spontan gedrehten Video, um in der Welt der sozialen Netzwerke auf viel Interesse und landesweite Fans zu stoßen. Innerhalb weniger Wochen wurde der Song „More Than Friends“ mehr als zwei Millionen Mal angeklickt, jede weitere Veröffentlichung stieß auf ähnlich viel Aufmerksamkeit – es gibt kaum einen Song von ihnen, der weniger als eine Million Plays auf YouTube verzeichnet. Ihr nationaler Durchbruch erfolgte mit der Single „Summertime Love“, die es gegenwärtig auf mehr als sechs Millionen Klicks bringt. Kein Wunder also, dass ihre erste EP „Chase Dreams“ ohne jede Promotion oder Unterstützung einer Plattenfirma bis auf Platz 6 der Billboard-Rap-Charts stieg.

Mit der zweiten, Ende 2014 veröffentlichten EP „Dedication“ bewies das Duo, wie sehr es sich innerhalb weniger Monate weiter entwickelt hat. Zu den anfangs noch recht jugendlichen, nunmehr deutlich souveräner vorgetragenen Raps gesellten sich mitreißende R'n'B-Elemente sowie eine gelungene Anlehnung an zeitgenössischen Pop. Viele Plattenfirmen buhlten im Anschluss um das Duo, letztlich erhielt 'Republic' den Zuschlag. Hier wird nun auch am 20. November in den USA ihr Debütalbum erscheinen. Dessen Titel wird gegenwärtig noch ebenso geheim gehalten wie die Frage nach einer internationalen Veröffentlichung. Aber Kalin and Myles stehen ja auch noch am Anfang einer Karriere, die vom Fleck weg beachtliche Dynamik entwickelt hat.

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