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Es ist eine der größten Überraschungen des Jahres: Nach über 30 Jahren im Dienste der Simple Minds, einer der erfolgreichsten Rock- und Popbands Großbritanniens, veröffentlicht Sänger und Frontmann Jim Kerr am 17. Mai sein erstes Soloalbum „Lostboy! AKA Jim Kerr“. Bereits zwei Wochen vorher erscheint die Singleauskoppelung „Shadowlands“. Im Anschluss tourt Jim Kerr mit neu zusammengestellter Band durch Europa. Im Zuge dessen kommt er auch für zwei Konzerte nach Deutschland. Am 25. Mai gastiert er in Hamburg, am 26. Mai in Köln.

Um den seit mehr als drei Jahrzehnten währenden Erfolg der Simple Minds in Worte zu fassen, genügen einige Zahlen: Die Gruppe aus Glasgow blickt auf mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger und neun Alben, die es in England bis in die Top 10 schafften, fünf davon bis auf die Spitzenposition. Auch in Deutschland erreichten fünf ihrer Alben die Top 10. Ihre Tourneen sind regelmäßig ausverkauft, so auch die letzte, im Herbst 2009 absolvierte Konzertreise zum aktuellen Album „Graffiti Soul“. Die Simple Minds zählen neben U2 und Depeche Mode zu den erfolgreichsten aktiven Bands des Vereinigten Königreichs. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Und doch findet ihr Frontmann Jim Kerr immer wieder Zeit, sich eigenen Interessen abseits seiner Hauptband zu widmen. Der charismatische und bemerkenswert erdverbundene Sänger ist nicht nur begeisterter Familienvater und Unterstützer der englischen Rock-Subkultur. Neben der Musik hat er auch seine anderen Hobbys zum Beruf gemacht: Seit 2003 ist er Hotelier auf Sizilien mit seiner höchst individuell gestalteten Villa Angela. Außerdem ist er Besitzer und Manager des Fußballclubs AC Celtic Taormina.

Jetzt veröffentlicht Jim Kerr zum ersten Mal in seiner über 30-jährigen Karriere ein Soloalbum unter dem Pseudonym Lostboy!. Kerr erklärt den Namen sowie die Idee hinter seiner Soloarbeit wie folgt: „Irgendwie entwickelte ich in den letzten Monaten eine tiefe Verbindung zu dem jungen Mann, der ich zwischen 17 und 23 war – seine Auffassungen, sein Antrieb und seine Begeisterung. Es war enorm befreiend, sich mit der Energie und Offenheit des jungen Jim auseinanderzusetzen, den ich glaubte verloren zu haben. Ich stellte mir vor, welche Songs er heute wohl schreiben würde. Lostboy! ist das Ergebnis dieser Neugierde.“

So schloss sich Jim Kerr mit befreundeten Musikern in seinem Studio in Glasgow ein, um das gleichnamige Solo-Debüt einzuspielen. Er bekam Hilfe von Charlie Jones (Bass, ex-Page & Plant, ex-Goldfrapp), Simple Minds-Drummer Mel Gaynor sowie Jez Coad, der neben den Gitarren und Keyboards auch die Produktion betreute und gemeinsam mit Kerr die meisten Songs komponierte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit trägt eindeutig die typischen Markenzeichen der Simple Minds, erweist sich stilistisch aber deutlich offener und verspielter.

Auf seine Hauptband wird Jim Kerrs Solo-Ausflug keine Auswirkungen haben: „Ich bin überzeugt, dass sich beide musikalischen Säulen eher ergänzen und gegenseitig befruchten, als dass sie sich behindern.“ So wird er auf der ersten Lostboy!-Tournee ein ganz besonderes Bonbon für Simple Minds-Fans bereithalten: Erstmals überhaupt wird Jim Kerr einige Songs des Simple Minds-Debütalbums „Life In A Day“ von 1979 live performen!