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Sie gelten als neue Wunderwaffe der extremen Musik. Auf Mastodon können sich nicht nur Metal-Fans jedweder Couleur einigen. Mit ihrem feinen Gespür für Hooklines und griffige Akkorde sorgen sie auch außerhalb der Szene für großes Aufsehen. Ob Grammy-Nominierungen oder hohe Chartnotierungen: Mastodon beweisen, dass druckvoller Metal auch breitentauglich sein kann. Ihre ganze Größe entfalten sie allerdings auf der Bühne, wo sie zu brachialer Höchstform auflaufen. Ihre Live-Qualitäten demonstriert die frisch erschienene DVD-/CD-Box „Live At The Aragon“. Im Zuge dieser Veröffentlichung kommt das Quartett aus Atlanta für sieben Shows nach Deutschland. Neben ihren Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park spielen sie zwischen dem 6. Juni und 12. Juli fünf Clubshows in Hamburg, Dortmund, Stuttgart, Aschaffenburg und Berlin.

Die Musiker Troy Sanders (Gesang, Bass), Brent Hinds (Gitarre, Gesang), Bill Kehiller (Gitarre) und Brann Dailor (Drums) entdeckten ihre gemeinsame Liebe zu zwei höchst unterschiedlichen Spielarten der Rockmusik. Einerseits schätzen sie die kraftvollen Gitarrenlicks der Hardrocker Thin Lizzy, andererseits die alles verwüstende Intensität und Kompromisslosigkeit geschichtsträchtiger Sludge-Metal-Bands wie The Melvins oder Neurosis. Um diesen beiden Polen gerecht zu werden, gründeten die vier, die zuvor in Bands wie Lethargy oder Today Is The Day aktiv waren, kurz vor dem Jahrtausendwechsel Mastodon. Von Anfang an gehörte auch das hochkomplexe Element des Math-Rock und die überbordende Fantasie des Progressive Metal zu ihren stilbildenden Bausteinen.

So gelang Mastodon gleich mit ihrem Debüt der Spagat zwischen authentischem, brachial peitschendem Metal und gefälligerem Alternative Rock. Ihr Hang zu spannenden, kryptischen Gesamtkonzepten, die jedes ihrer Alben inhaltlich zusammenhalten, verhalf ihnen, im eng besetzten Feld des Metal eine eigene Nische zu finden. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Als 2002 ihr Debütalbum „Remission“ erschien, war die Band bereits mehrfach durch die USA getourt. Die Platte entwickelte sich zum Geheimtipp und stieg prompt in die US-Charts ein. Mit dem zweiten Longplayer „Leviathan“, einem Konzeptalbum über Herman Melvilles „Moby Dick“, führten sie in der Jahresendabrechnung 2006 zahlreiche Listen einschlägiger Magazine an – darunter die ‚Platte des Jahres’ in den Fachorganen ‚Kerrang!’ und ‚Terrorizer’.

Mit dem Nachfolger „Blood Mountain“ schafften sie 2007 den endgültigen Durchbruch. Eine Grammy-Nominierung sowie hohe Platzierungen in den Jahreslisten von ‚Rolling Stone’ oder ‚Spin’ belegten, dass nicht mehr nur die Metal-Szene von der überragenden Intensität dieser Kraftpakete überzeugt war. So blicken Mastodon seit Veröffentlichung ihres vierten, bislang letzten Albums „Crack The Skye“ auf internationale Anerkennung. Damit gelang ihnen das Kunststück, trotz ausgefeilter Härte und komplexer Songstrukturen in den USA, England, Deutschland und vielen anderen Nationen in die Top 40 der Albumcharts einzusteigen. Die anschließende, mehr als einjährige Welttournee wurde dokumentiert und in diesem März als CD-/DVD-Paket „Live At The Aragon“ veröffentlicht. Darauf befinden sich 78 Minuten pure Intensität – die perfekte Einstimmung für ihre Konzerte im Sommer.