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Fragen des Glaubens, die Suche nach einem wertvollen Lebensweg und Musik, die berührt und bewegt: Das sind die drei Säulen, auf denen die Kunst des US-Künstlers Matisyahu steht. Dem gläubigen Juden, der seine spannende Melange aus HipHop, Reggae und Dub-Zutaten vollkommen in den Dienst von Wahrhaftigkeit stellt, gelingt damit der Spagat zwischen sinnstiftenden Lebensweisheiten und innovativer, bemerkenswert erfolgreicher Musik auf beachtliche Weise. Beweis dafür sind zahlreiche Ehrungen wie die Grammy-Nominierung 2007 für sein zweites Album „Youth“. Ende August erschien nun sein drittes Werk „Light“, das er am 11. Oktober erstmals im Rahmen eines exklusiven Showcase im Berliner ColumbiaClub live in Deutschland präsentieren wird.

Der bisherige Lebensweg von Matthew Miller alias Matisyahu, geboren am 30.06.1979 in West Chester im US-Bundesstaat Pennsylvania, ist geprägt von Zufällen, Erkenntnissen und überraschenden Wendungen. Der Sohn jüdischer Eltern wurde zwar früh auf eine jüdische Schule geschickt – damals verweigerte er die Auseinandersetzung mit dem Glauben jedoch. Stattdessen begann er im Alter von 14, den Lebensstil der Hippies für sich zu entdecken. Parallel machte er erste Erfahrungen als Rapper unter dem Namen MC Truth in der MC Mystic’s Soulfari Band.

Ein Campingausflug nach Colorado kam einer Erweckung gleich. Die Schönheit der Landschaft ließ ihn über sein Leben, seine Ziele und die Inhalte seiner künstlerischen Beschäftigung nachdenken. Eine weitere Reise, diesmal nach Israel, ließ seine Suche nach einer spirituellen Kraft, die das Wirken und Leben sinnvoll bestimmen könnte, endgültig zu einem neuen Lebensmittelpunkt werden. In Jerusalem begann seine Auseinandersetzung mit dem Judentum und der Frage nach Glaube und Lebenssinn.

Zurück in den USA verließ er die Schule und studierte, nun freiwillig, in einer Jeschiwa die Thora, die Lehre des jüdischen Glaubens. Erfahrungen als Musiker und Schauspieler am Theater sowie die Auseinandersetzung mit Rabbis der unterschiedlichsten jüdischen Glaubensrichtungen festigten ihn als Menschen und Künstler. In der Chabad-Bewegung, einer chassidischen Gruppierung der orthodoxen Juden, fand er schlussendlich eine stimmige Heimat für seine Existenz. Diese Glaubensrichtung engagiert sich stark für eine behutsame Modernisierung der jüdischen Religion. So ist auch Matisyahu ein Fürsprecher für zeitgemäßen religiösen Glauben. Als Plattform für seine Message fand er die Musik, eine Verbindung von HipHop, Reggae und Dub, in der er auf Englisch, Hebräisch und Jiddisch rappt und singt.

Zwei Alben – „Shake off the Dust… Arise” von 2003 sowie „Youth” von 2007 – genügten ihm, um sich fest in der amerikanischen Musikszene zu verorten. Große Artikel im ‚Time Magazine’ oder dem ‚Wall Street Journal’, eine Grammy-Nominierung und zahlreiche weitere Ehrungen verhalfen ihm zu einer Öffentlichkeit, die Matisyahu seither im Dienste seiner Mission nutzt. Dabei möchte er nicht bekehren oder missionieren, sondern mit Emotion, Aufrichtigkeit und menschlicher Wärme überzeugen. Wer ein Konzert des fantastischen Vokalisten besucht hat, versteht diesen Ansatz: Matisyahu schafft eine Nähe und Intensität zum Publikum, bei der Skepsis und Irrglaube nahezu unmöglich scheint. Mit seinem dritten Album „Light“ schickt er sich nun an, die Welt zu erobern – mit einer Tiefe, Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit, die in der heutigen Musik selten geworden ist.