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Die Queens Of The Stone Age, allen voran Bandleader Josh Homme, dominieren seit Jahren die Rockszene. Ob als Kopf der Supergroup Them Crooked Vultures, als Entrepreneur der Jamsession-Reihe „The Desert Sessions“, als Drummer der verrückt-verruchten Eagles Of Death Metal oder als Frontmann der brillanten Queens Of The Stone Age: Josh Homme bestimmt den Sound, die Ästhetik und das Feeling zeitgemäßer Rockmusik, die bodenständig und ehrlich, zugleich aber höchst erfolgreich und breitentauglich ist. Nach ihren herausragenden Open Air-Konzerten im vergangenen Jahr kehren Queens Of The Stone Age jetzt mit einem besonderen Leckerbissen zurück. Anfang Mai treten sie in Köln und München und werden dabei das gesamte Material ihres selbstbetitelten, legendären 1998er-Debütalbums spielen.

Schon während der Schulzeit von Josh Homme zeichnete sich ab, dass der begnadete Gitarrist und Sänger etwas Neues schaffen wird. Gemeinsam mit ein paar Freunden gründete er auf der Palm Desert High School die Band Kyuss, mit der er das Genre des ‚Stoner Rock’ erfand. Charakteristisch hierfür sind schneidige, betont monotone Riffs, ein tiefes Gitarrentuning und stoisch treibende Beats, angereichert durch psychedelische Soundeffekte. Als sich Kyuss 1996 trennten, hatten sie vier richtungsweisende Alben veröffentlicht, die der Szene bis heute als Blaupause für moderne Rockmusik dienen.

Nur ein Jahr später tauchte Josh Homme als Frontmann der Queens Of The Stone Age wieder auf. Bereits das selbstbetitelte Debüt von 1998 stieß auf überwältigende Reaktionen. Mit der Single „Feel Good Hit Of The Summer“ vom zweiten Album „Rated R” gelang ihnen ein kommerzieller Achtungserfolg. Von da an ändert sich das Wesen der Queens Of The Stone Age. Wie schon bei den „Desert Sessions“, einer in regelmäßigen Zyklen stattfindenden Zusammenkunft von Musikern, die spontan ganze Alben aufnehmen, wird auch Josh Hommes Hauptband zu einem freien Pool der Kreativität.

Und so wirken am dritten Queens-Album „Songs For The Deaf“, das 2002 den internationalen Durchbruch bedeutet, neben vielen anderen auch Screaming Trees-Sänger Mark Lanegan an den Vocals und Foo Fighters-Frontmann Dave Grohl am Schlagzeug mit. Bis dahin waren die Queens Of The Stone Age durch die intensive Auseinandersetzung zwischen Homme und Bassist Nick Oliveri getrieben. Eine künstlerisch durchaus bereichernde, persönlich jedoch zunehmend schwierige Wechselbeziehung aus Höhen und Tiefen, die nach der Tour zu „Songs For The Deaf“ beendet wird. Seitdem hat der Session-Charakter der Band noch deutlich zugenommen.

Eine Phänomen, das sich auch in Hommes weiteren Projekten zeigt: Ob als temporäres Mitglied der Masters Of Reality, als Drummer der Band Eagles of Death Metal seines Freundes Jesse Hughes oder als Kopf der Allstar-Gruppe Them Crooked Vultures, die 2009 das vielbeachtetste Rockalbum des Jahres vorlegt: Immer bringt sich Homme in neue Kontexte und kreative Situationen.

So auch auf den beiden weiteren Alben „Lullabies To Paralyze“, das die Queens 2005 überraschend poppig zeigt, und dem bislang letzten Werk „Era Vulgaris“ von 2007, auf dem sie sich demgegenüber so ruppig, rau und direkt präsentieren wie nie zuvor: Immer wieder findet Josh Homme neue Nischen, Ansätze und Klangstrukturen. Einzigartig ist sein Gespür für eingängige und doch vollkommen innovative Hooklines. Häufig spielt die gesamte Band unisono ein Riff, zu dem Homme mit seiner lakonisch-nonchalanten Stimme große Melodien singt. Dadurch entsteht ein mitreißender Druck, wie ihn nur wenige erzeugen können.

Live bestehen die Queens Of The Stone Age seit 2004 aus einem festen Line-up, zu dem neben Homme Troy van Leeuwen (Gitarre/Keybords), Joey Castillo (Drums), Michael Shuman (Bass) und Dean Fertita (Keyboards, Percussion) gehören. In dieser Besetzung kommen sie im Mai nach Deutschland, um alle Songs ihres Debüts noch einmal live zu präsentieren. Diese Konzerte wird kein Rockfan so schnell vergessen.