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Mit der Post-Grunge-Band Creed hat Scott Stapp Musikgeschichte geschrieben. Creed zählen zu den zehn erfolgreichsten US-Bands der 2000er-Jahre mit über 40 Millionen verkauften Alben und drei Grammy-Nominierungen. Das ‚Billboard Magazine’ wählte sie unter die Top 20 der „wichtigsten Künstler des letzten Jahrzehnts“. Creed fanden sich 2009 nach einer fünfjährigen Pause wieder zusammen und knüpften an ihre Erfolge nahtlos an. Parallel arbeiten die Musiker seit der Pause aber auch an eigenen Projekten, wie Frontmann Scott Stapp, der am 31. Januar sein zweites Soloalbum „Proof of Life“ in Deutschland veröffentlicht hat. Ende April kommt Stapp mit seiner Band nach Deutschland und gastiert für zwei Konzerte in Berlin und Köln.

Der unaufhaltsame Aufstieg von Creed Ende der 90er-Jahre zählt zu den erfolgreichsten Band-Geschichten der vergangenen Dekade. 1995 gründeten Sänger Scott Stapp, Gitarrist Mark Tremonti, Bassist Brian Marshall und Schlagzeuger Scott Philips die Formation in Tallahassee. Bereits 1997 erschien ihr in Eigenregie veröffentlichtes Debüt „My Own Prison“, das unmittelbar den Weg in die Charts fand. Dank eines konsequenten Arbeitsethos und einem feinen Gespür für den Rock-Sound der Moderne stiegen Creed zu einer der erfolgreichsten Gruppen der USA auf. Die folgenden Alben „Human Clay“ (1999) und „Weathered“ (2001) kletterten bis auf Platz 1 der US-Billboard Charts und bis in die Top Ten vieler anderer Länder, darunter auch in Deutschland.

In den USA avancierten Creed während dieser Zeit zu einer der erfolgreichsten Bands der Gegenwart. Elf ihrer Singles stiegen bis auf die Spitzenposition – darunter junge Rock-Klassiker wie „What’s This Life For“, „One“, „Higher“ oder „With Arms Wide Open“. Ihre internationalen Tourneen gerieten zu wahren Rock-Messen, und doch entschied sich die Band 2004 für eine vorübergehende Auflösung. Die durch den Erfolg entstandenen inneren Spannungen führten zu diesem Schritt.

In der Folge blieben alle Musiker höchst erfolgreich. Scott Stapp veröffentlichte 2005 sein Solo-Debüt „The Great Divide“, das ebenfalls in die Top 20 der US-Charts stieg, während die verbliebenen drei Creed-Musiker unter dem Namen Alter Bridge eine weitere, bis heute bestehende Rockband gründeten. Zwischen 2004 und 2013 veröffentlichten Alter Bridge vier Alben, die an den Erfolg von Creed anknüpfen konnten. Scott Stapp hingegen zog sich nach seinem ersten Solo-Album und einer Tournee ins Private zurück und schrieb seine Autobiografie „Sinner’s Creed“, eine schonungslose Lebensbeichte über seinen Aufstieg und die damit einher gehenden persönlichen Probleme. Zudem erlaubte er darin erstmals einen Blick auf seine fundamentalistische Erziehung.

2009 kehrten Creed in Originalbesetzung zurück. Das neue, vierte Album „Full Circle“ stieg noch im gleichen Jahr wieder in die internationalen Hitlisten, mit „Overcome“ und „Rain“ wurden weitere Single-Hits aus dem Album ausgekoppelt. Internationale Tourneen bestätigten die Klasse und Ausnahmestellung dieser bedeutenden Rockband. Und doch verfolgten die Musiker die in der Auszeit aufgenommenen eigenen Projekte weiter.

So erschien nun Ende Januar in Deutschland, obwohl sich Creed an den Arbeiten zu einem fünften Album befinden, Scott Stapps zweites Soloalbum „Proof of Life“. Über jenes sagte er: „Dies ist das bedeutungsvollste Album in meiner Karriere. Ich habe eine Menge Unsinn in meinem Leben verzapft, aber ich habe daraus gelernt. Dieses Album erzählt von meinen Kämpfen, meiner Reise zu mir selbst und es ist deshalb die ehrlichste Platte, die ich je geschrieben habe.“