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Von Beginn ihrer Karriere an galten Shinedown als ultimativer Beweis, dass Grunge noch nicht ausgedient hat. Dabei hat das Quartett den revolutionären Rocksound der späten 90er behutsam modernisiert und mit Elementen aus Hardrock, Heavy Metal, Southern Rock und Pop angereichert. Mittlerweile blicken sie dank internationaler Live-Reputation auf mehr als acht Millionen verkaufte Tonträger. Die drei Alben „Leave A Whisper“ (2003), „Us And Them“ (2005) und „The Sound Of Madness“ (2008) waren allesamt große Erfolge, letzteres erreichte Platz 8 der amerikanischen Charts. Derzeit arbeitet die Band aus Jacksonville/Florida an ihrem vierten, noch unbetitelten Album, das pünktlich zur kommenden Tournee erscheinen soll. Zwischen dem 1. und 5. Februar kommen Shinedown für vier Konzerte in Hamburg, Berlin, München und Köln auch nach Deutschland.

Sänger und Songwriter Brent Smith erhielt Anfang des Jahrtausends die Chance auf einen Plattenvertrag mit einem Majorlabel. Was ihm fehlte, war eine funktionierende, persönlich wie stilistisch homogene Band. Überzeugt von Smiths Talent als charismatischer Sänger und versierter Komponist, sagte Atlantic Records zu, seine Songs zu veröffentlichen, sobald er gute Mitstreiter gefunden hätte. Freunde stellten ihm Gitarrist Jasin Todd und Bassist Brad Stewart vor. Für den Posten des Schlagzeugers wurden unzählige Aspiranten getestet, bis man sich schließlich für Barry Kerch entschied.

Die Band nahm in Los Angeles ihr Debüt „Leave A Whisper“ auf. Von Anfang an stellte Brent Smith die Maxime auf: „Unsere musikalische Basis ist Grunge. Aber erlaubt ist, was gefällt. Bloß keine unnötigen Beschränkungen.“ Diese stilistische Offenheit sollte sich auszahlen. Quasi über Nacht gewannen sie viele Fans unter amerikanischen Musikern, die sie mit auf Tour nahmen – von den Hardrock-Heroen Van Halen über 3 Doors Down bis zu den Metalcore-Melancholikern Life Of Agony. Dank ihrer Vielseitigkeit passte jede dieser Kombinationen ausgezeichnet, ihr Ruf als ungewöhnlich packende Live-Truppe verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Als zwei Jahre später das zweite Album „Us And Them“ erschien, galten Shinedown in den Staaten bereits als Garant für eine zeitgemäße Interpretation des Grunge-Sounds. Wieder folgten zahlreiche Tourneen, deren kraftraubende Anstrengungen zwei Besetzungswechsel zur Folge hatten: Todd und Stewart stiegen aus, an ihre Stelle traten Gitarrist Zach Meyers und Bassist Eric Bass, der zudem das Klavierspiel beherrscht und Shinedowns Sound damit einen zusätzlichen Farbton verlieh. In dieser Besetzung nahmen sie mit dem Grammy geadelten Produzenten Rob Cavallo (Green Day, My Chemical Romance, Kid Rock) ihr bisheriges Meisterstück „The Sound Of Madness“ auf. Ein 8. Platz in den Billboard Charts sowie ein 7. Platz für die Single „Second Chance“ waren die Früchte ihres Erfolgs.

Die vergangenen drei Jahre verbrachte die Formation größtenteils auf Tournee – zunächst im voll verstärkten Rock-Outfit, im vergangenen Jahr als akustische Version ihrer selbst. Beide Tourneen wurden zusammengefasst auf dem im Mai veröffentlichten CD/DVD-Doppel „Somewhere In The Stratosphere“. Seit August befinden sich Shinedown, erneut unerstützt durch Rob Cavallo, in Los Angeles im Studio, um den Nachfolger zu „The Sound of Madness“ aufzunehmen. Über die Richtung des neuen Albums ließ Brent Smith verlauten, dass es „mit keiner unserer bisherigen Arbeiten zu vergleichen ist. Das Schönste an einer Albumproduktion ist die Reise zu ihrem Wesen und die Frage, wo man als Mensch und Musiker steht – und wie sich all das auf den Sound auswirkt.“ Es bleibt spannend für Shinedown. Und erst recht für ihre Fans.