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Mit We Are Scientists aus New York und Ash aus dem nordirischen Downpatrick treffen zwei Speerspitzen der Indie-Rock-Kultur aufeinander, die auch privat befreundet sind. Beide Formationen blicken auf mehr als eine Dekade intensiver Arbeit zwischen druckvoller Live-Energie, spannenden Studioalben und dem ausgeprägten Talent, Songs von bleibender Wirkung zu schreiben. Das Trio We Are Scientists stellte 2014 sein fünftes Studioalbum „TV en Français“ vor, das Anfang des Jahres unter dem Titel „TV en Français, Sous la Mer“ mit alternativen Versionen von acht Songs wiederveröffentlicht wurde. Die nach dem 2006 erfolgten Ausstieg ihrer Gitarristin Charlotte Hatherley ebenfalls zum Trio geschrumpfte Formation Ash reüssierte im Mai mit ihrem siebten Album „Kablammo!“, dem ersten Studio-Longplayer seit acht Jahren. Gemeinsam werden diese Helden des Indie-Rock zwischen dem 17. und 26. November für Konzerte in Köln, Hamburg, Berlin und München nach Deutschland kommen.

Seit über einem Jahrzehnt zählen die New Yorker We Are Scientists zu den spannendsten und eigenwilligsten Protagonisten des US-amerikanischen Indie-Rock. Mit viel Verve und einem feinen Gespür für Melodien und ausgefallene Arrangements hat sich das Trio eine internationale Reputation erspielt, die ihren ambitionierten Post-Punk-Sound mit dem humorvollen, geradezu comedyhaften Charakter ihrer Mitglieder verbindet. Ihre Songs sind nicht nur individuell und authentisch, sondern auch äußerst erfolgreich. Insbesondere in England erspielten sich We Are Scientists eine begeisterte Fanbasis. Bereits fünf ihrer Singles stiegen in die britische Top 40, vier ihrer fünf Alben landeten ebenfalls hoch in den Charts.

Die Musik von We Are Scientists ist ebenso klug durchdacht wie impulsiv, aufregend anders und doch stets breitentauglich. Von Anfang an folgten Keith Murray (Gitarre, Gesang), Chris Cain (Bass) und Michael Tapper (Schlagzeug) unbeirrt ihrem persönlichen Antrieb und ihren Inspirationen, die von David Bowie bis Hall & Oates, von Brian Eno bis Velvet Underground und von My Bloody Valentine bis Fleetwood Mac reichen. In ihrem Sound verbinden sie kompositorische Griffigkeit und melodiöse Eingängigkeit mit den progressiven Klangwelten des Post-Punk und schrillen Momenten individueller Popmusik.

2002 erschien ihr selbstproduziertes Debütalbum „Safety, Fun, And Learning (In That Order)“. Rund um das zweite Album „With Love And Squalor“ erreichten We Are Scientists 2006 erstmals eine breite Öffentlichkeit dies- und jenseits des Atlantiks. Mit „The Great Escape“, „It’s A Hit” und „Nobody Move, Nobody Get Hurt” gelangten gleich drei Singleauskopplungen in die englische Top 40. Auch das dritte Album „Brain Thrust Mastery“ erwies sich 2008 als großer Erfolg. Im Rahmen der von ihnen produzierten Mini-TV-Serie „Steve Wants His Money“ bewiesen sie ihr Talent zum absurden Humor. Vor Veröffentlichung der vierten Platte „Barbara“ verließ Drummer Michael Tapper die Band und wurde durch den Ex-Razorlight-Schlagzeuger Andy Burrows ersetzt. Mit ihm zusammen entstand das aktuelle fünfte Album „TV en Français“ – ein weiteres so mitreißendes wie kauziges Ausnahmewerk.

Die nordirischen Indie-Rocker Ash formierten sich 1992 aus dem verbliebenen Rest der Heavy Metal-Band Vietnam. Die beiden Gründungsmitglieder Tim Wheeler (Gesang/Gitarre) und Mark Hamilton (Bass) fanden in Schlagzeuger Rick McMurray den geeigneten dritten Mann, ein Jahr später stieß Gitarristin Charlotte Hatherley hinzu. Das Debütalbum „Trailer“, Ende 1994 veröffentlicht, bescherte ihnen erste Achtungserfolge in ihrer irischen Heimat. Der Durchbruch in Großbritannien gelang ihnen mit dem 1996 erschienenen zweiten Album „1977“,das auf Platz 1 der UK-Charts landete.

Die folgenden zehn Jahre verbrachten Ash konstant an der Spitze des britischen Indie-Rock. Die Alben „Nu-Clear Sounds“ (1998), „Free All Angels“ (2001) und „Meltdown“ (2004) stiegen alle in die Top 10 und warfen zahlreiche Hitsingles ab, darunter Indie-Rock-Klassiker wie „Goldfinger“, „Oh Yeah“ oder „Shining Light“. Insgesamt stiegen 18 Singles in die britische Top 40 ein. 2006 erfolgte eine Zäsur in der Bandgeschichte: Charlotte Hatherley verließ die Band, um eine Solokarriere anzustreben. Tim Wheeler und Mark Hamilton zogen währenddessen nach New York, wo sie die Songs für das nächste und vorerst letzte Studioalbum „Twilight Of The Innocents“ erarbeiteten. Die Platte erwies sich aufgrund der Strukturveränderungen innerhalb der Musikbranche als nicht mehr ganz so erfolgreich, was die Band zur Ankündigung veranlasste, fortan keine Alben, sondern nur noch Singles veröffentlichen zu wollen.

Ab 2009 erschienen daher nach und nach insgesamt 26 Songs, zusammengefasst unter dem Projektnamen „A To Z Singles Series“. Im Rahmen zweier Compilations kamen diese Tracks in der Folge auch auf CD heraus. Elf dieser separat veröffentlichten Singles schafften den Einzug in die Top 100 der UK-Charts. Unterbrochen wurde diese Arbeit unter anderem 2011, als Ash gemeinsam mit We Are Scientists die Benefiz-Single „Washington Parks“ für die „Multiple Sclerosis Society“ aufnahmen, um auf die Nervenkrankheit MS aufmerksam zu machen. Nach Beendigung der Singles-Serie entschied das Trio 2014, wieder ein komplettes Studioalbum aufzunehmen. „Kablammo!“ erschien Ende Mai und konnte in England und Irland wieder beachtliche Chartpositionen erreichen.