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Youth Lagoon ist das erste Soloprojekt des jungen US-Musikers Trevor Powers. Nach Erfahrungen in verschiedenen Rockbands schloss sich der junge Grübler in diesem Jahr in seinem Schlafzimmeer ein, um das höchst intime, klanglich betont individuelle Album „The Year of Hibernation“ aufzunehmen, das in diesem November erschien. Seine spannende Melange aus Blues, Postrock und elektronischen Elementen bescherte ihm bereits eine Vielzahl an begeisterten Besprechungen. Zwischen dem 24. Februar und dem 4. März kommt Trevor Powers mit einer eigens zusammengestellten Liveband erstmals nach Deutschland, um das Album live zu präsentieren. Die Stationen seiner Konzertreise sind Köln, München, Berlin und Hamburg.

Trevor Powers ist noch jung, aber nichtsdestoweniger bereits recht erfahren. „Während meiner High-School-Zeit habe ich in zahlreichen Bands gespielt, immer auf der Suche nach dem, was mich als Musiker auszeichnet“, erklärt der 22-jährige. „Aber es dauerte bis zum vergangenen Jahr, bis mir klar wurde, dass ich mehr bin als die Musik, die ich spiele. Infolgedessen gelang es mir, erstmals Musik zu kreieren, die mir wirklich etwas bedeutet. Und das ist Youth Lagoon.“

In seinem Schlafzimmer in Boise/Idaho versammelte er eine stattliche Anzahl an alten Instrumenten und Aufnahmegeräten und entwickelte eine individuelle Sound-Ästhetik, die ebenso abstrakt wie eingängig auf den Hörer wirkt. Noch wichtiger als der Sound aber war ihm der Inhalt der Song-Texte, die auf persönlichen Erfahrungen basieren. „Mein gesamtes bisheriges Leben kämpfe ich gegen intensive Ängste“, erzählt er. „Nicht solche Ängste, ob man einen Test besteht oder ähnliches, sondern abstrakte, bizarre Ängste. Manchmal fühle ich mich buchstäblich, als würde ich von innen aufgefressen. Darum schrieb ich diese Songs über meine Vergangenheit und Gegenwart.“

Entsprechend intensiv und berührend ist „The Year of Hibernation“, das Debüt von Youth Lagoon, geraten. Fachkreise beschrieben es bereits als eine subjektiv ausgestaltete, postmoderne Variante von Animal Collective oder eine modernisierte Version der Cocteau Twins. Die Basis vieler seiner Songs ist das Piano und seine Stimme, die er sodann jedoch mit zahlreichen mysteriösen Klangschichten und Rhythmus-Patterns ausstaffiert. Viele seiner Sounds sind so ungewöhnlich, dass man die originale Klangquelle kaum noch ausmachen kann. Es wird also höchst interessant sein, wie er diese ambitionierte und individuelle Studioarbeit mit einer Band in die Konzertsituation transportiert. Bei seinem Talent darf man aber davon ausgehen, dass es außergewöhnlich wird.